Eine Historie zum erzählen

120 Jahre  die roten Teufel

Wie alles begann

Die Wiege des TuS Schutterwald stand im ehemaligen Gasthaus „Adler“ in Schutterwald

Der Turner Eugen Hohn konnte seinen Arbeitskameraden Wilhelm Birk für die Idee einer Vereinsgründung begeistern. Unterstützt durch den damaligen Gauvertreter Gustav Ottstadt wurde in der Gründungsversammlung der Verein zum 1 Juni 1900 aus der Taufe gehoben. 19 aktive 13 passive Mitglieder wurden als Gründungsmitglieder eingetragen. Erster Vorsitzender und gleichzeitig Kassierer wurde der „Adler“ Wirt Anton Hund. Eugen Hohn wurde der erste Turnwart.

Die Jahre 1900 bis 1903

Diese Jahre werden als aktive Jahre, jedoch mit häufigem Vorstandswechsel in der Chronik geschildert, bis schließlich bei der Generalversammlung mit Josef Fritz ein neuer Vorstand sowie der gesamte Turnrat gewählt wurde. Da der Verein ständig wuchs und so die Übungsmöglichkeiten im Gasthaus Adler nicht mehr ausreichten, wurde die Übungsstunde ins Gasthaus Krone verlegt. Gleichzeitig verlegte man auch das Vereinslokal vom Adler in die Krone.

1912 ein schweres Jahr

Im Jahre 1912, der Verein hatte inzwischen 155 Mitglieder, trat auf einer außerordentlichen Generalversammlung der gesamte Turnrat zurück. Neuer Vorstand wurde der Kronenwirt Albert Wurth, der den Verein bis zu Beginn des 1. Weltkrieges leitete. Das Vereinsleben kam durch den Krieg nach und nach zum Erliegen. Sechundzwanzig Mitglieder, unter ihnen der erste Vorsitzende Albert Wurth und der zweite Vorsitzende Kölble sind nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt.

Die Jahre 1919 bis 1924

Im März 1919 wurden erste Aktivitäten entwickelt, um den Veriein mit neuem Leben zu erfüllen. in der ersten Generalversammlung nach dem Krieg wurde Emil Meffle im Jahre 1920 zum neuen Vorsitzenden gewählt. In diesem Jahr wurde dem Verein auch das erste Turngelände im Gewann „Emmelsee“ zugewiesen.

In der Generalversammlung 1922 wurde die Vorstandschaft auf 14 Personen ausgeweitet, denn immer umfangreichere Vereinsaktivitäten erforderten dies. Dieser Vorstandschaft gehörte auch das langjährige Ehrenmitglied Max Junker an. Nachdem bereits 1921 mit der Rodung eines Teilbereichs des heutigen Waldsprtplatzes begonnen wurde, konnte im Jahre 1924 dieser Sportplatz eingeweiht werden.

TuS Schutterwald Historie - Alter Handballplatz
TuS Schutterwald Historie - Gründung
Eine Erfolgsgeschichte beginnt

1924 das erste Jahr mit Handball

Der erste Erfolg

Die Handballer verzeichneten auch gleich erste Erfolge, der Aufstieg im ersten Jahr von der B- in die A-Klasse wurde geschafft.

Begleitend zu diesen Arbeiten wurde von einigen Turnern auch das Handballspiel begonnen, jedoch sollte es noch ein langer Weg sein, bis diese Sportart in einer eigenen Abteilung und mit Zustimmung des Turnrates betrieben werden konnte. Im Jahr 1926 wurde, ohne Genehmigung des Turnrates, inoffiziell mit dem Handballspiel begonnen. Der damalige Spielwart Otto Hofstetter konnte mit zahlreichen Gründungsmitgliedern, darunter auch Otto Lipps und Max Junker, jedoch nur Freundschaftsspiele ausgetragen, weil eben die Zustimmung des Turnrates weiterhin verweigert wurde. Neben der aktiven Turnabteilung war jedoch die Gründung der Handballabteilung nicht mehr aufzuhalten. 1928 stimmte der Turnrat dann der Gründung der Handballabteilung zu, jedoch mit der Auflage, daß jeder Handballspieler mindestens einmal pro Woche die Turnstunde besuchen musste.

Die Jahre 1930 bis 1938

1930 konnte der nächste Aufstieg in die Gau-Klasse Südbaden verbucht werden. Aber auch die Turner waren in dieser Zeit erfolgreich, so konnte ebenso 1930 beim Landesturnen in Mannheim – nach der Riege von Offenburg – die zweithöchste Punktzahl der Ortenauer Riegen erreicht werden. 1931 wurde das Gaujugendturnen durchgeführt. 1934 wurde beim Gauturnfest in Lichtenau der damalige Turnwart Ferdinand Haas 1. Sieger im Geräteturnen der Mittelstufe. 1937 wurde die A-Jugend Südbadischer Meister. Nach 17jähriger Vorstandschaft von Emil Meffle gab es 1938 größere Veränderungen in der Vorstandschaft. Nachfolger wurde Andreas Zind.

Die dunkeln Jahre der Geschichte

Im Jahre 1939, vor Kriegsbeginn, wurde durch die Turnabteilung zwar noch das Landesturnfest besucht, dann jedoch forderten die Kriegswirren ihre Opfer. Die Turnabteilung kam fast zum Erliegen. 1943 wurde die Turnhalle beschlagnahmt und die Turngeräte verschwanden bei Kriegsende. Die Handballer spielten auch während des Krieges, jedoch waren auch sie schwer dezimiert. Von 300 Mitgliedern waren nach Ende des Krieges 42 Gefallene sowie 12 Vermisste zu beklagen, eine schreckliche Zahl. Nach Kriegsende mussten laut Militärregierung alle Sportvereine aufgelöst werden, Turnen wurde sogar verboten. Innerhalb der Gmeinde Schutterwald wurde jedoch nur ein Sportverein zugelassen, so dass eine Absprache zwischen dem Turn- und dem Fußballverein notwendig wurde.

TuS Schutterwald - Die roten Teufel der Ortenau
Logo alt – TuS Schutterwald - Die roten Teufel der Ortenau
Logo alt – TuS Schutterwald - Die roten Teufel der Ortenau
DIe Namensänderung

Das "Sport" wird in den Namen integriert

In der Gründungsveranstaltung am 7. Juli 1946 wurde Emil Lipps zum Präsidenten gewählt. 1948 und 1949 wurde der Sportplatz vergrößert und im Jahr 1950 wurde eine Sporthütte mit Umkleideräumen auf dem Handballplatz erstellt. Die wieder neu ins Leben gerufene Turnabteilung beteiligte sich in diesem Jahr an dem Gauturnfest in Oppenau und am Gaujugendturnen in Urloffen. Bei der Generalversammlung am 08. Juni 1950 wurde die Umbenennung in Turn- und Sportverein beschlossen.

1951 ein erfolgreiches Jahr

1951 brachte große Erfolge für die Handballabteilung. Die A-Jugend errang die Südbadische Meisterschaft im Feld und 1951 wurde Gerhard Junker zum ersten Mal in der Nationalmannschaft eingesetzt. Auch die Turner beteiligten sich mit gutem Erfolg am Landesturnfest in Offenburg.

TuS Schutterwald Historie – Gerdhard Junker unser ertser Nationalspieler für die deutsche Nationalmannschaft im Feldhandball
Die Jahre 1952 bis 1956
TuS Schutterwald Historie - Die Anfangsjahre

zum ersten Mal Südbadischer Meister in der Halle

1952 wurde die Fußballabteilung wieder selbstständig und mit Andreas Zind ein neuer Vorsitzender gewählt. Die 1. Mannschaft wurde bereits zum dritten Male Südbadischer Meister. Das Jahr 1953 brachte für die Turner den Titel des Gau-Vereinsmeister. Die Handball-Jugend wurde 1953 zum ersten Mal Südbadischer Meister in der Halle. Die erste Mannschaft konnte 1953 und 1956 ihren 4. und 5. Südbadischen Meistertitel erringen, und Gerhard Junker kam in diesen zwei Jahren zu weiteren Einsätzen in der Nationalmannschaft.

In das Jahr 1954 fällt auch die Gründung der Leichtathletik-Abteilung. Erstmals konnte eine Mitgliederzahl von 400 erreicht werden. Die Südbadischen Meistertitel im Feldhandball Nummer sechs und sieben in den Jahren 1955 und 1956 sowie der erste Südbadische Titel in der Halle im Jahr 1956 sind weitere Erfolge der inzwischen überragenden Handballabteilung. Die Jugend stand in diesen beiden Jahren der ersten Mannschaft in nichts nach und wurde ebenfalls Südbadischer Meister sowie Südbadischer Vizemeister. Die Leichtathleten wurden für ihre Leistungen mit drei ersten, zwei zweiten und fünf dritten Siegern bei den Kreismeisterschaften in Schutterwald belohnt. Aus gesundheitlichen Gründen trat 1957 der 1. Vorsitzende Andreas Zind zurück und sein Nachfolger wurde Walther Fritz. Der heutige Ehrenvorsitzende Willi Herrmann wurde zum 2. Vorstand gewählt.

Abonnement des südbadischen Meistertitels

Die Handballer schienen den Südbadischen Meistertitel abonniert zu haben, denn auch 1958 hieß der Meister TuS Schutterwald. In diesem Jahr begnügte man sich jedoch nicht damit; auf Süddeutscher Ebene wurde das Endspiel erreicht, wobei die Mannschaft von Leutershausen jedoch am Ende Sieger blieb. Bei den Spielen um die Deutsche Meisterschaft scheiterte die Mannschaft im Achtelfinale am späten Deutschen Meister Hamborn 07. Für die Handballabteilung war dies bis dahin der erfolgreichste Jahr. Allerdings hatte die Meisterschaft viel Kraft gekostet und der Abstieg in die Landesklasse war die Folge. Bereits im folgenden Jahr wurde jedoch wieder der Südbadische Meistertitel und der Aufstieg in die Süddeutsche Oberliege geschafft. Willi Herrmann wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

7. Platz der deutschen Bestenliste

Bernd Hofstetter lief mit 10,8 Sekunden über 100m einen neuen südbadischen Rekord.


1959 ein erfolgreiches Jahr für unsere Leichtathletikabteilung

Die Leichtathletikabteilung konnte 1959 ihren wohl größten Erfolg verbuchen. Bernd Hofstetter lief mit 10,8 Sekunden über 100 m einen neuen südbadischen Rekord, den bis dahin Heinz Fütterer mit 10,9 Sekunden inne hatte. In der deutschen Bestenliste war dies der 7. Platz. Zum 60jährigen Vereinsjubiläum wurde das 27. Gauturnfest nach Schutterwald geholt. Beide Schutterwälder Riegen konnten die Note vorzüglich erringen. Die Einzelturner konnten alle als Sieger geehrt werden.

Zwei neue Abteilungen stoßen hinzu

Die Handballer waren nicht so erfolgreich und mussten in die Landesklasse absteigen. Ein Erfolg wurde jedoch in der Halle erzielt, in dem die 1. Mannschaft die Bezirksmeisterschaft errang und die A-Jugend Vizemeister im Bezirk wurde. 1961 war ein Jahr der Turner. 8 Kranzsieger sowie die Note „sehr gut“ im Vereinsturnen waren die Erfolge beim Badischen Landesturnfest in Offenburg.

Faustball sowie die Volkstanzgruppe erweiterten den Verein. 1962 konnte der 10. Südbadische Feldtitel im Handball errungen werden und der Aufstieg in die südbadische Oberliga wurde geschafft.

Deutscher Meister im Zehnkampf

Im Jahr 1966 wurde durch die Turnabteilung für Aufsehen gesorgt. Heinz Jaremenko wurde beim Turnfest in Bodersweier Sieger im deutschen Zehnkampf.

Eigenes Vereinsheim

Im Jahre 1966 wurde der Bau des Vereinsheimes begonnen. Zahlreiche freiwillige Helfer sowie einige großzügige Gönner haben es dem Verein ermöglicht, dass der Bau größtenteils in Eigenarbeit erstellt und schon im darauffolgenden Jahr eingeweiht werden konnte.

Die Jahre 1967 bis 1972
TuS Schutterwald Deutscher Jugendmeister Halle

Erster deutscher Meistertitel der Vereinsgeschichte

Der Aufstieg in die Feldhandball-Bundesliga war das herausragende Ereignis im Jahre 1967. In der Halle wurde der 5. Südbadische Meistertitel errungen, was zugleich den Aufstieg in die Südbadische Oberliga bedeutete.
Aus beiden Ligen musste die 1. Mannschaft im Jahre 1969 jedoch absteigen, doch konnte Dank der A-Jugend auch dieses Jahr überaus erfolgreich gestaltet werden. Mit ihrem Trainer Erhard Bross holten sich die Jugendlichen den ersten deutschen Meistertitel nach Schutterwald. Ganz Schutterwald stand Kopf. 1971 wurde dieser Erfolg wiederholt. Dieses Mal allerdings im Feldhandball. Der TuS Schutterwald bekam die hervorragende Jugendarbeit erneut belohnt. 1972 konnte mit Arnulf Meffle ein Jugendnationalspieler gestellt werden.

Neue Handball-Ära

Neben dem Südbadischen Meistertitel in der Halle ist im Jahr 1973 der Wechsel des 1. Vorstandes aufzuführen. Willi Herrmann wurde nach 15 Jahren als Vorsitzender zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit Erwin Oßwald erhielt der Verein einen neuen Vorsitzenden, der jahrelang als Aktiver (Torhüter) zu den Stützen der ersten Mannschaft gezählt hat. 1974 wurde mit dem Aufstieg in die Regionalliga in der Halle eine neue Handball-Ära eingeleitet. Im Jahr 1979 kam es zu Neuwahlen der Vorstandschaft. Mit Eugen Bross als 1. Vorsitzender (bis 1991), Konrad Lipps als 1. Kassierer und Adolf Silver als Schriftführer (beide bis 1993) sowie Alfons Quarti als Handball-Abteilungsleiter hatte der TuS eine neue Führungscrew, die voller Elan an ihr Ehrenamt gingen.

Dauerkarte 2022/23

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