Das Derby wird zum Abstiegs-Hit

An diesem Freitag (20 Uhr) spielen der TuS Schutterwald und der TV Willstätt im Nachholspiel um wichtige Punkte für das Unternehmen Klassenerhalt in der BW-Oberliga.

Wenn sich an diesem Freitag um 20 Uhr in der Mörburghalle der TuS Schutterwald und der TV Willstätt im letzten Spiel der ,,normalen“ Vorrunde gegenüberstehen, wird gleichzeitig schon die Abstiegsrunde der Oberliga Baden-Württemberg eingeläutet. Die Punkte aus diesem Nachholspiel nehmen nämlich beide Teams mit in die Abstiegsrunde, was der Partie eine vor Saisonbeginn nicht vorstellbare Brisanz gibt. Wie sagte doch Felix Heuberger, der sportliche Leiter des TuS, damals: ,,Die Derbys haben wir am Ende, doch leider wird es da um nichts mehr gehen.“

Doch der Sport ist immer für Überraschungen gut, und deshalb wird der als Meisterkandidat gestartete Drittliga-Absteiger Willstätt den Abstiegskandidaten und Südbadenliga-Aufsteiger TuS Schutterwald nun in die Abstiegsrunde begleiten, an deren Ende bis zu fünf Mannschaften – Stand jetzt wären es vier – absteigen müssten. Zwei Zähler nur trennen beide Teams in der neuen Tabelle: Willstätt ist mit 8:6 Punkten Fünftletzter, Schutterwald mit 6:8 Punkten Viertletzter.

Gäste sind favorisiert

,,Wir haben der Mannschaft am Montag noch mal die Bedeutung des Spiels eingeschärft. Mit einem Sieg könnten wir zu Willstätt aufschließen“, sagte TuS-Trainer Markus Lais und zeigte sich optimistisch: ,,Wenn wir mit der nötigen Lockerheit und Einstellung ins Spiel gehen, können wir zu Hause auch Willstätt besiegen.“ Rein tabellarisch gesehen ist der Lokalrivale tatsächlich ein Gegner, den man in eigener Halle im Kampf um den Klassenerhalt besiegen müsste, gleichzeitig steht außer Frage, dass der TV Willstätt von der Qualität der Einzelspieler eindeutig in der Favoritenrolle ist.

,,Gute Einzelspieler machen aber noch keine gute Mannschaft, und daran arbeiten wir“, spricht TVW-Trainer Thorsten Luick, der vor drei Wochen die Nachfolge von Robin Haller angetreten hat, ein Kardinalproblem der Hanauerländer an. Doch inzwischen hat er eine Aufbruchstimmung ausgemacht und das Gefühl, ,,dass die Jungs viele Dinge annehmen“.

Während man beim TuS Schutterwald das letzte Spiel (28:43 beim Aufstiegskandidaten TVS Baden-Baden) schon zuvor abgehakt hatte, war für Luick die letzte  – ebenfalls bedeutungslose – Partie gegen den Aufstiegskandidaten TV Bittenfeld II (29:25-Sieg) schon wichtig. ,,Ich wollte eine andere Mentalität reinbringen. Und mit einem Sieg im Rücken geht man ganz anders in ein Derby“, ist der gebürtige Meißenheimer überzeugt, betont aber auch: ,,Wir werden uns von der hohen Schutterwälder Niederlage nicht blenden lassen und werden die Aufgabe ernst nehmen.“

,,Suppe auslöffeln“

Jonas Eble, Coach der nur knapp in die Aufstiegsrunde gekommenen SG Köndringen/Teningen, hatte vor drei Wochen beim Gastspiel in Schutterwald offen bekannt: ,,Ich weiß nicht, ob meine Mannschaft Abstiegskampf überhaupt kann.“ Diese Frage stellt sich für Luick gar nicht. Seine Mannschaft muss es einfach können. ,,Alle haben sich diese Suppe eingebrockt, jetzt müssen sie sie auch auslöffeln“, packt er seine Spieler an der Ehre und weiß: ,,Es muss vom Kopf her stimmen.“

Die Tabelle weist indes nicht nur die Punkte aus, sie sagt auch einiges über Schwächen und Stärken. Die Angriffsleistung ist bei beiden schwach, die Abwehr bei Willstätt deutlich besser. ,,Uns fehlen die einfachen Tore“, bekennt Luick, ,,wir können von unserer relativ guten Abwehr nicht profitieren, weil es bei uns an erster und zweiter Welle hapert“. Und beim TuS Schutterwald musste Lais zuletzt in Sandweier konstatieren: ,,Wir haben schon vor dem Wurf viele Bälle verloren.“

Beide Trainer werden ihren derzeit stärksten Kader aufbieten können, wobei bei Schutterwald auch die zuletzt angeschlagenen Daniel Heppner, Julian Seigel und Morris Strosack wieder bereit stehen.

 

Quelle: handball.bo.de
Bild: Michaela Quarti
Autor: Christoph Breithaupt