Heute vor 25 Jahren: Der Irrwitz von Karlsruhe

Heute ist es auf den Tag genau ein Vierteljahrhundert her, dass der TuS Schutterwald das denkwürdigste Handballspiel seiner 117-jährigen Vereinsgeschichte abgeliefert hat.

In der Saison 1991/92 wurde der deutsche Meister am Ende der in zwei Staffeln geteilten Bundesliga-Saison durch Playoff-Spiele ermittelt. Als Vierter der Südstaffel traf der TuS im Viertelfinale auf den Meister der Nordstaffel, TuSEM Essen. In der »Best of 3«-Serie gewann Schutterwald das erste Spiel in Essen sensationell mit 26:23. Damit war die Bühne bereitet für den Showdown in der Karlsruher Europahalle.

Dorthin hatte der TuS sein Heimspiel verlegt, weil in Offenburg wegen der Frühjahrsmesse alles belegt war. 6500 Zuschauer trauten ihren Augen nicht, als der ersatzgeschwächte TuS, der ohne seine beiden bei der parallel stattfindenden B-WM beschäftigen Asse Roger Kjendalen und Jens Meyer antrat, mit 11:3 in Führung ging.
Wolfgang Winter machte das Spiel seines Lebens und erzielte 16 Tore. Aber dem TuS schwanden in der zweiten Hälfte die Kräfte, Essen glich Sekunden vor Schluss zum 22:22 aus. Es folgten zwei Verlängerungen und ein Siebenmeterschießen, das ebenfalls in die Verlängerung ging. Nach zwei Stunden und 18 Minuten war Schutterwald 34:35 geschlagen.

Das dritte und entscheidende Spiel in Essen gewann der TuSEM mit 23:20. Doch in der Erinnerung ist das eine Randnotiz. Was bleibt, ist dieser 25. März 1992, an dem der Handball-Wahnsinn mit dem TuS Schutterwald Gassi ging.

Zeitzeugen

Wolfgang Winter (52), Geschäftsführer Red Bull Media House, damals 16-facher Torschütze des TuS: Oh ja, ich erinnere mich noch sehr gut! Ich kann sogar sagen, wie dieser schlabbrige Linkshänder von Essen mit dem russischen Namen (Sascha Tutschkin, Anm. die Redaktion) quer über den Platz lief und links tief ins Tor traf. Genau so war das zuvor mit unserem Keeper »Popper« Fries besprochen – aber zehn Sekunden vor Schluss hat’s dann halt eingeschlagen – und es ging in die Verlängerung mit bekanntem Ende.
Es war ein super Spiel mit großen Emotionen. Über alle Verbissenheit des Siegenwollens hinaus verbindet man damit ein Erlebnis, das außerhalb des Sports weiterhelfen kann. In dem Sinn, dass man als Gruppe, die zusammenhält, über hundert Prozent hinausgehen kann.tk

Hans-Martin Ludäscher (72), damals 1. Vor­sit­zender des TuS Schutterwald: Da wir in Offenburg durch die Messe keine Halle hatten und die im Umkreis nicht in Frage kamen, war es naheliegend, nach Karlsruhe zu ziehen, die haben uns damals auch ein sehr gutes Angebot gemacht. Wir haben zunächst von unseren Fans dafür aber auch Prügel bezogen, uns wurde Überheblichkeit und Größenwahn vorgeworfen.
Es war sicher ein Risiko, doch wir hatten Glück. Der sensationelle Sieg im ersten Play-off-Spiel in Essen war der Kick. Ab diesem Zeitpunkt ging die Welle los. Die Leute haben sich um die Karten gerissen. Wir konnten schließlich 23 Busse mit der SWEG organisieren. Unsere Fans haben an jenem Abend in Karlsruhe den Verkehr lahmgelegt. Die letzten kamen kurz vor der Pause in der Halle an. Aus ganz Baden-Württemberg sind die Leute gekommen. Am Ende war die Halle mit 6500 Zuschauern ausverkauft, und wir hatten 120 000 DM in der Kasse.
Und dann dieser dramatische Spielverlauf. So deutlich geführt, und dann kommt Tutschkin und haut noch einen rein. Das war das Unentschieden, und das ganze Drama mit den Verlängerungen und Siebenmeterschießen ging los. Selbst der so ausgebuffte Essener Manager Klaus Schorn war fix und fertig. So was erlebt man nur einmal. Dieser Abend war für mich mein größtes sportliches Highlight überhaupt.miqua

Peter Quarti (49) aus Schutterwald (damals Rechtsaußen von TuSEM Essen): Ich weiß noch, dass Hallensprecher Ralph Bächle früh eine La-Ola-Welle initiierte. Wenn ich ihn in den Jahren danach getroffen habe, habe ich ihn immer gefrotzelt: »Du warst schuld an unserer Aufholjagd.«
Aber eigentlich kann meine Familie viel mehr über das Spiel erzählen. Mein Vater hat noch jede Szene im Kopf. Mein Schwiegervater, der auf Heimreise vom Urlaub war, hat dreimal die Halle verlassen, weil er nach seinem Hund im Auto sehen musste. Und meine Frau weiß noch genau, wie sie in Essen vor dem Radio fast verzweifelte, weil das Spiel nicht enden wollte. Alles in allem hatten wir viel Glück gegen Schutterwald, das war im Halbfinale aufgebraucht. Da flogen wir gegen Leutershausen raus. Wir wurden zwar noch Pokalsieger, aber danach ging’s mit TuSEM leider abwärts.miqua

Manfred Pagel (62), Journalist aus Haslach, damals als Reporter in einem der Fan-Busse nach Karlsruhe: Das Spiel ist mir aus zwei Gründen in besonderer Erinnerung. Da war zum einen die Odyssee über die Dörfer bei der Anfahrt nach Karlsruhe, weil die Autobahn dicht war und unser Bus deshalb ab Bühl auf Nebenstraßen auswich. Wir sind durch Dörfer gefahren, von deren Existenz ich bis dato gar nichts wusste. Gelandet sind wir schließlich in einem Karlsruher Industriegebiet, wo uns ein einheimischer Autofahrer an die Halle lotste. Fünf Minuten vor Anpfiff waren wir da.
Zum anderen bot das Spiel die Gelegenheit, die Übertragung des Textes via Laptop und Telefonmodem aus der Halle direkt ins Offenburger Zeitungssystem zu testen. Turbointernet und E-Mail waren damals noch Zukunftsmusik. Vom Haslacher Redaktionsbüro aus klappten dies hervorragend, in der überfüllten Europahalle allerdings überhaupt nicht. Die Übertragung mit dem Modem, das liebevoll »Knochen« genannt und über einen Telefonhörer gestülpt wurde, brach immer wieder ab. Die Nebengeräusche waren zu laut.
Das Ende vom Lied war die Rückkehr zur bewährten Methode, den Text wie gehabt per Telefon einer freundlichen Dame in der Texterfassung zu diktieren. Da auch das Spiel verloren ging, war der Abend doppelt frustrierend.pag

Manfred Derr (53), der damals den entscheidenden Siebenmeter vergab: Nach der ersten Runde im Siebenmeterschießen war klar: Jetzt entscheidet jeder Wurf. Am Ende hieß es Michael Bohn oder ich. Ich hab’ dann gesagt: Ich mach es. Der Wurf war aber unentschlossen. Das ist leider bestraft worden, weil der Essener Schütze anschließend getroffen hat. Ich hab’ das Bild noch genau vor mir.
Alles in allem war es ein tolles Erlebnis und eines der bedeutendsten Spiele. Der TuS Schutterwald als kleiner Verein hat um die deutsche Meisterschaft gespielt, das muss man sich mal vorstellen. Und Essen wäre zu schlagen gewesen, wir hatten ja schon das erste Spiel auswärts gewonnen. Im dritten Spiel entschied dann die Routine. Wie man es besser machen kann, hat Leutershausen gezeigt, die Essen besiegt haben und am Ende deutscher Vizemeister geworden sind. Das hätten wir auch erreichen können. So was wird einem vor allem mit dem Abstand von ein paar Jahren bewusst.
Überhaupt war das damals eine tolle Bundesliga-Saison. Wir hatten erstmals sechs Spiele im Osten von Deutschland, das war schon was Besonderes. Auch nach Karlsruhe zu gehen, war keine falsche Entscheidung. 6500 Zuschauer sind heute fast normal, für die damalige Zeit war das aber nicht alltäglich.miqua

 

Quelle: MIttelbadische Presse
Autor: Thomas Kastler
Bild: ©Michael Heuberger
https://www.bo.de/sport/lokalsport/heute-vor-25-jahren-der-irrwitz-von-karlsruhe?fbclid=IwAR2liLDa_58MR_y_ZLEeTUwhtZQBglHIBm4iyk6eyiGUHcWbykgw1VdlHFc


Unverhoffte Chance zum Aufstieg in die 3. Liga

Verband fragt bei den Oberliga-Vereinen das Interesse ab. Der TuS Schutterwald winkt ab, die SG Köndringen/Teningen wäre dabei. Noch keine Entscheidung gibt es bei der SG Schenkenzell/Schiltach und beim TVS Baden-Baden.

In der vorigen Woche gab es für die Vereine der Handball-Oberliga Baden-Württemberg (BWOL), deren Saison bereits beendet ist, Post mit überraschendem Inhalt. Spätestens bis 8. März will der Bundesrat des Deutschen Handball-Bundes entscheiden, ob es noch Aufsteiger aus der BWOL in die 3. Liga gibt. „Die BWOL darf wohl je zwei Aufsteiger bei Männern und Frauen melden“, heißt es im Schreiben, in dem die Vereine gebeten werden, ihr grundsätzliches Interesse an einem Aufstieg zu bekunden.
Angesprochen darf sich – unabhängig vom Tabellenplatz in der eben annullierten Saison – jede Mannschaft fühlen. Der TuS Schutterwald hat für seine beiden Teams aber bereits abgewunken. Felix Heuberger, Sportlicher Leiter Männer, sagt klipp und klar: „Die 3. Liga ist Fast-Profitum. Das ist für unseren Verein aktuell rein organisatorisch und finanziell nicht zu stemmen.“ Auch sein Pendant bei den Frauen, Nicole Wolber, wiegelt schmunzelnd ab: „Das ist bei uns überhaupt kein Thema. Wir sind froh, wenn wir die Oberliga halten.“

Noch gibt es einige Fragezeichen
Noch gibt es aber ein paar Fragezeichen, nicht nur, was die Zahl der Aufsteiger betrifft. Derzeit kann niemand sagen, wann der Spielbetrieb und damit Aufstiegsspiele wieder möglich sind. Und der Modus hängt von der Zahl der Interessenten ab. Klar ist allerdings, dass die Vereine – wie in der 3. Liga üblich – Schnelltests am Spieltag auf eigene Kosten übernehmen müssen. „Es geht ja nicht nur darum, dass man wieder spielen kann. Man muss bei so einer Entscheidung auch die Konsequenzen betrachten, und da ist die 3. Liga, so sportlich reizvoll sie ist, derzeit kein Thema. Wir sind glücklich mit der Oberliga“, betont Felix Heuberger.
Anders ist die Situation beim ambitionierten südbadischen Konkurrenten SG Köndringen/Teningen. „Wir haben grundsätzlich Interesse und bereiten uns auf alle Szenarien vor“, erklärt SG-Trainer Michael Schilling, der bis vor einem Jahr den TuS Altenheim trainiert hat und mit seiner Familie in der Ried-Gemeinde wohnt. Aber auch der Ex-Bundesligaspieler gibt zu bedenken: „Es kommen mehr Kosten auf die Vereine zu. Und nach so einem Jahr ist das sicher nicht so einfach für die Klubs.“

Noch keine Entscheidung ist beim TVS Baden-Baden gefallen, der 2019 aus der 3. Liga abgestiegen ist. „Wir wollen noch die Mannschaft mit ins Boot holen“, erklärte der Sportliche Leiter Simon Riedinger.

Auch bei der SG Schenkenzell/Schiltach sei die Entscheidung noch offen, so Abteilungsleiter Ralf Jehle. Trainerin Denise Oesterle, die früher in der 3. Liga für die HSG Freiburg spielte, betont: „Eine solche Entscheidung muss mit ganz vielen besprochen werden.“ Denn in der dritthöchsten Klasse mit all ihren sportlichen Anforderungen werde „auch ein ganz anderes Umfeld benötigt“.

 

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: ©Christoph Breithaupt
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Moritz Schade: Trip in die Heimat

Vergangene Woche war Moritz Schade drei Tage in der Heimat. Der Trip nach Offenburg war kurzfristig zustandegekommen. „Ich war Weihnachten hier und wäre eigentlich erst wieder im Sommer gekommen“, sagt der Handballer des HC Eintracht Hildesheim. Doch weil der ambitionierte Drittligist seit Monaten durchtrainiert und weiterhin kein Spielbetrieb terminiert ist, gab es eine Woche trainingsfrei.

Moritz Schade ist nur noch selten in der Ortenau anzutreffen, seit er 2012 eine folgenreiche Entscheidung getroffen hatte. Als C-Jugendspieler des TuS Schutterwald hatte er eine Initiativbewerbung bei den Berliner Füchsen gestartet („weil ich durch jede Sichtung gerattert bin“) und tatsächlich die Chance bekommen, ins Füchse-Internat zu wechseln. Bis 2016 spielte der Kreisläufer in Berlin, hamsterte dabei drei deutsche Jugend-Meistertitel ein, feierte sein Debüt im Bundesliga-Team, gewann mit den Füchsen 2015 den Europa Pokal und wurde Vize-Europameister mit den Junioren. Danach ging es für ein Jahr zum Dessau-Roßlauer HV. Es folgten drei Jahre in Nettelstedt-Lübbecke, seit Sommer ist der 25-Jährige in Hildesheim und denkt gerne an den Berliner Fuchsbau zurück. „Wir haben knallhart trainiert, davon zehre ich noch heute.“

Hildesheim will in die 2. Liga
Beim Ex-Bundesligisten in Hildesheim sind die Ziele hoch. Der Verein will zurück in die 2. Liga. Im Kader stehen mehrere Ausländer. „Normal ist das nicht für einen Drittligisten“, gibt der 1,94 Meter große Abwehrchef zu.

Hauen und Stechen befürchtet
Bis zur Saisonunterbrechung hatte Hildesheim 10:0 Punkte eingefahren, die wegweisenden Spiele gegen Rostock und Potsdam wären da erst gekommen. So bleibt die Ungewissheit über die wahre Formstärke, jetzt aber auch die Chance, über die Aufstiegsrunde, für die auch der TV Willstätt gemeldet hat, in die 2. Liga zurückzukehren. Doch nicht nur Moritz Schade befürchtet angesichts von nur zwei Aufsteigern „ein Hauen und Stechen“.

„Aufstieg muss man sich verdienen“

Ganz persönlich ist der Exil-Offenburger mit der Entscheidung nicht ganz so glücklich. „Ich hätte die Saison abgebrochen“, vertritt er eine klare Meinung und findet: „Einen Aufstieg muss man sich verdienen, am besten über 34 Spieltage.“ Allerdings hat ihn die Erfahrung auch gelehrt: „In Corona-Zeiten gibt es keine Gerechtigkeit.“

Zuschauer fehlen
Privat fühlt sich der Fan des SC Freiburg und des englischen Fußballs, der mit Bruder Lukas, der beim HGW Hofweier spielt, fast jedes Jahr den Boxing Day in einem Stadion auf der Insel verbringt, mit Freundin Valerie Svoboda in Hildesheim sehr wohl. „Kulturell und kulinarisch hat die Region einiges zu bieten“, schwärmt Schade. Und da die Freundin, die selbst beim TuS Altenheim Handball gespielt hat und als Erzieherin arbeitet, Verwandtschaft in der Nähe hat, gab es bei der Eingewöhnung viel Hilfe. „Der Vorteil in Corona-Zeiten ist, dass wir am Wochenende viel Freizeit haben und die Umgebung mit unseren E-Rollern erkunden“, erzählt Schade, der gleichwohl den lange gewohnten Handball-Alltag vermisst. „Spiele bestimmen die Woche, wie man trainiert, wie die Stimmung ist...“ Er weiß, die privilegierte Situation eines Profi-Sportlers in dieser Zeit zu schätzen, aber manchmal fragt er sich schon: „Für was trainiere ich eigentlich?“ Es fehlen die Atmosphäre in der Halle mit Zuschauern und auch die Gespräche danach. „Da kommt man schließlich in Kontakt mit den Menschen.“

Zwei-Jahres-Vertrag
Dessen ungeachtet fühlt sich Moritz Schade, der im sechsten Semester Medien- und Kommunikationsmanagement studiert, beim HC Hildesheim aber gut aufgehoben. Er kann sich derzeit gut vorstellen, seinen Zweijahres-Vertrag auch zu verlängern. „Um jeden Preis wechsle ich hier nicht weg, zumal meine Freundin das auch nicht so einfach kann.“

Richtung Heimat
Doch nach Jahren der Wanderschaft ist für ihn auf der anderen Seite auch klar: Nach der Zeit in Hildesheim, wann immer die zu Ende sein wird, soll es wieder in Richtung Heimat gehen. „Auf jeden Fall, das ist unser beider Wunsch“, erklärt er, „hier will ich leben und Kinder großziehen.“

 

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: @Privatfoto
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Klassenerhalt am Schmutzigen für den TuS Schutterwald

Premiere für die Oberliga-Handballerinnen des TuS Schutterwald und auch Trainer Jochen Baumann. Saisonabbruch nimmt eine Last von den jungen Spielerinnen.

Als unlängst Nicole Wolber, die sportliche Leiterin der Oberliga-Handballerinnen des TuS Schutterwald, ihr Trainer-Duo in Sachen Vertragsverlängerung befragte, musste Jochen Baumann lachen. „Wir haben ja nicht mal richtig angefangen. Wir sind ja nicht angetreten, um nach sechs Monaten zu sagen: Das war’s“, erklärte der Chefcoach, der mit Co-Trainer David Körkel die Premierensaison der TuS-Frauen in der BW-Oberliga sportlich verantwortete.

Während David Körkel aus den eigenen Reihen stammt, die Willstätter Herkunft ist längst in Vergessenheit geraten, kam der Meißenheimer Jochen Baumann neu zum Aufsteiger und hatte auch zuvor nicht allzu viele Berührungspunkte mit dem TuS Schutterwald – mal abgesehen, dass Bruder Nico seit vier Jahren die TuS-Herren coacht.

Viel Engagement
Die Corona-Pandemie hat aber einiges erschwert. „So eine Situation ist natürlich extrem schade“, findet der Coach und bedauert, dass seine Schützlinge die Oberliga, die ihr größter Erfolg ist, noch nicht richtig genießen konnten. Nach drei Spielen hatte der Aufsteiger 2:4 Punkte auf dem Konto, und ein spielerischer Aufwärtstrend nach anfänglicher Nervosität war unverkennbar. „Das Problem war das Ankommen in der Liga. Der Aufwand ist hoch, Video-Training war unbekannt, Selbstdisziplin gefordert. Da war vieles neu, aber alle, auch die, die nicht in der ersten Reihe stehen, sind mit viel Engagement bei der Sache“, freut sich Baumann.

Die Hoffnung, weiterhin ihr Können in der höchsten Spielklasse des Bundeslandes zu zeigen, schwand aber spätestens Mitte Dezember, als die Infektionszahlen stiegen. Und als vergangene Woche der Abbruch der Saison bekannt wurde, hatte auch der erfahrene Coach eine Premiere. „Am Schmutzigen Donnerstag konnte ich noch nie den Klassenerhalt feiern“, lacht Baumann und erinnert daran, dass im Handball nach Fasnacht traditionell die wichtige Zeit kommt: „Da gibt es immer viele Kranke, da entscheidet sich oft das Rennen.“

Doch diesmal ist alles anders. Im Moment hält man den Kontakt mit Zoom-Meetings und Zoom-Trainings, daneben geht es bei der Challenge „Alt gegen Jung“ um Kilometersammeln beim Laufen, Radfahren und Wandern.

Impfproblematik
Immerhin ist mit dem Saisonabbruch den Spielerinnen ein Rucksack von den Schultern genommen. „Alleine die Tatsache, dass bei einem Re-Start nur drei Wochen Vorbereitung zur Verfügung stehen sollten, hat die Mädels sehr belastet und sie mächtig unter Druck gesetzt“, gibt Baumann einen Einblick in die Psyche der jungen Spielerinnen. Und das nächste große Thema – die Impfproblematik – beschäftigt nicht weniger.

Derweil geht es auch um die Kaderplanung für kommende Saison. Mit Marie Lipps (HSG Freiburg) steht eine prominente Rückkehrerin bereits fest. Weitere Zugänge könnten folgen. „Leider können wir aber potenzielle Neuzugänge nicht zu einem Probetraining einladen“, bedauert Baumann. Es ist die gleiche Situation wie vor einem Jahr. Und sie zeigt: So viel hat sich in einem Jahr gar nicht verändert.

 

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: ©Ulrich Marx
https://www.bo.de/sport/lokalsport/klassenerhalt-am-schmutzigen-fuer-den-tus-schutterwald


Entscheidung zum Saisonende 2020/2021

Liebe Spieler*innen, liebe Vereine,

mit den jüngsten Ergebnissen aus dem Bund-Länder-Treffen zu Corona am Mittwoch ist auch eine Entscheidung für den Handball-Spielbetrieb der drei Verbände in Baden-Württemberg ( HVW, SHV, BHV ) und HBW (für die Baden-Württemberg-Oberliga) gefallen:

Die Spielrunde 2020/2021 wird hiermit beendet. Eine Wertung der Spielrunde 2020/2021 findet nicht statt. In den Ligen der drei Verbände gibt es keine sportlichen Auf- oder Absteiger.

Bitte beachtet, dass wir Euch mit dieser Vorab-Meldung schnellstens informieren möchten. Eine formale, offizielle Mitteilung der jeweils zuständigen Organe wird in Kürze folgen. Wir fokussieren unsere Aktivitäten nun auf die Planungen für die Spielrunde 2021/2022. Im Bereich der Jugend zielen diese weiterhin auf eine sportliche Qualifikation für die Runde 2021/2022. Über eventuellen Auf- und Abstieg in der 3. Bundesliga ist noch nicht entschieden. Ebenso laufen Überlegungen, wie - sofern der Mannschaftssport wieder zugelassen wird - der Handball in den kommenden Monaten bis zum Beginn der Runde 2021/2022 gefördert werden kann. Wir informieren die Vereine, sobald hier eine Basis für Entscheidungen gegeben ist.

Wir DANKEN allen Verantwortlichen in den Vereinen, Trainerinnen und Trainern und den Spielerinnen und Spielern für die vielfältigen Aktivitäten, die auf der sozialen Ebene als auch der sportlichen Ebene umgesetzt wurden! Diese Initiativen werden den Handball auch in Zukunft stärker und fitter machen. Ebenso gilt unser Dank den Sponsoren und Förderern für ihre Treue zu den Vereinen. Die Gesundheit aller ist das höchste Gut, wir schauen nach vorne und freuen uns auf die Runde 2021/2022!

 

gez. Die Präsidenten                                             gez. Der Vorstand
HVW, SHV, BHV                                                     HBW


Weitere Informationen zum Re-Start der Saison 2020/2021

Der Vorstand des Handball Baden-Württemberg e.V. veröffentlicht eine Stellungnahme zur aktuellen Lage und wie es weiter gehen soll:

 

Liebe Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter,

nach der letzten Konferenz der Ministerpräsidenten und der Bundesregierung gab es Anfragen - teils aus Eurer Runde, teils von der Presse - ob die verordneten Verlängerungen / Verschärfungen der Maßnahmen Auswirkungen auf unseren Spielbetrieb haben. Klar ist, dass Training und Spielbetrieb im Amateursport jetzt bis Mitte Februar weiterhin nicht erlaubt sind. Unser gemeinsamer Beschluss für alle Mannschaften in der BWOL und in den Spielklassen der Verbände HVW, SHV, BHV vom 21. Dez. 2020 ist weiterhin gültig. Dieser besagt, dass wir - falls wieder erlaubt - den Spielbetrieb bis spätestens zum Wochenende 13./14. März wieder aufnehmen würden. Außerdem muss davor eine dreiwöchige Trainings-/Vorbereitungszeit erlaubt sein; d.h. ab dem 22. Februar. Als Verband sind wir gemäß Satzung und Spielordnung verpflichtet, Spielbetrieb zu ermöglichen und zu organisieren. Dies wurde übrigens von manchen Vereinen aus anderen Verbänden nach dem Abbruch der letzten Saison eingeklagt, mit Ankündigung einer Schadensersatzforderung. Mit der neuen Corona-Verordnung (gültig bis zum 14. Februar) bleibt demnach ein theoretisches Zeitfenster für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs von 5 Tagen einer Woche (15. bis 22. Feb.). Die Wahrscheinlichkeit einer Öffnung der bestehenden Corona-Regeln in diesen fünf Tagen darf (und muss) jeder für sich selbst abschätzen. Von Seiten des Verbandes bereiten wir uns auf beide Varianten vor.

 

gez. Peter Knapp                          gez. Alexander Klinkner                       gez. Hans Artschwager                           
Präsident BHV                              Präsident SHV                                       Präsident HVW

gez. Vorstand Handball Baden-Württemberg e.V.


TuS Schutterwald: Das Trainerteam bleibt an Bord

Beim Handball-BW-Oberligisten TuS Schutterwald bleibt das Trainerteam um Nico Baumann an Bord und die Oberliga-Mannschaft mit einer Ausnahme zusammen. Außerdem könnten Heppner, Fleig und Wöhrle wieder spielen - sobald es die Lage in der Corona-Pandemie zulässt.

Handball ist für Nico Baumann im Moment weit weg. Das liegt nicht nur an Corona. Der Coach des TuS Schutterwald und Ehefrau Tatjana, langjährige Führungsspielerin des TuS Ottenheim, werden in diesen Tagen erstmals Eltern. Der Nachwuchs ist überfällig – so wie für den Trainer eine Entscheidung über den Spielbetrieb in der Handball-BW-Oberliga. „Nur konsequent“, fände Baumann einen baldigen Abbruch. „Jetzt wird sogar von einem Lockdown bis Ostern gesprochen. Wie wollen wir da eine Saison zu Ende bringen?“, fragt er und schiebt etwas frustriert hinterher: „Man kommt zwar mit den Hygieneregeln zurecht, aber Spaß macht das alles nicht.“

Fehlstart
Seine Meinung, so der Ottenheimer, habe auch nichts mit der Tabellensituation des TuS Schutterwald zu tun. „Die hätte ich auch, wenn wir ungeschlagen wären.“ Mit 1:7 Punkten haben die „Roten Teufel“ einen Fehlstart hingelegt. Den Baumann andererseits auch relativiert. „Bis auf Birkenau haben wir gegen Mannschaften gespielt, die vergangene Saison vor uns standen.“ Auch deshalb ist der sportliche Leiter Felix Heuberger der „festen Überzeugung, dass wir die Klasse halten können“.

Zu ausrechenbar
Gleichwohl hat das Trainerteam um Nico Baumann und Co-Trainer Marco Schiemann Schwachstellen diagnostiziert, wo es künftig anzusetzen gilt. Zu sehr war das Spiel auf den Kreis ausgelegt – in der vergangenen Saison ein Erfolgsrezept. „Die Gegner hatten sich nun darauf eingestellt, haben die Mitte zugemacht“, erklärt Baumann. Und dann wurde es eng. „Typisch für das zweite Jahr in einer Liga, deshalb ist dies auch immer das schwerste“, weiß Heuberger.
„Wir hätten mehr über die Halb- oder die Außenpositionen machen müssen, was uns leider nicht gelungen ist“, bedauert der Coach, dem zudem der Ball viel zu langsam gelaufen ist. „Da haben wir uns zu sehr in 1:1-Situationen verstrickt und keinen Druck aufgebaut.“ Zudem sind die Schutterwälder kaum zu ihrem gefürchteten Tempospiel gekommen, „weil wir leider auch keine überragende Torwartleistung hatten“.

Personelle Alternativen
Immerhin: Sollte es tatsächlich in dieser Saison noch mal weitergehen, wären die personellen Alternativen besser. Rückraumspieler Daniel Heppner, noch ohne Einsatz in dieser Spielzeit, ist von einem längeren beruflichen Auslandsaufenthalt zurückgekehrt, Pascal Fleig hat seine Knieprobleme in den Griff bekommen. Selbst Rene Wöhrle könnte nach seinem Kreuzbandriss wieder loslegen.
Derweil halten Baumann und Schiemann ihr Team derzeit an der langen Leine. Jeder Akteur ist in Sachen Kraft- und Lauftraining selbst verantwortlich. „Im Moment müssen wir denen nichts vorgeben“, hat der Coach volles Vertrauen in seine Schützlinge.

Kontinuität
Was die kommende Saison betrifft, hat man in Schutterwald bereits Fakten geschaffen. Kontinuität ist angesagt, „eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren in einer Mannschaftssportart“, so Heuberger. Nico Baumann wird seine fünfte Saison als Chefcoach in Angriff nehmen. Klar habe er sich Gedanken gemacht, „ob ich diesen Weg weitergehen will“, gibt der 39-Jährige zu – vor allem angesichts der veränderten Familiensituation. Doch der Verein wollte verlängern, er selbst eigentlich auch, und letztlich war auch Ehefrau „Tati“ einverstanden, „der ich mit dem Kind aber nicht alles alleine aufbürden will“. Das Trainerteam vervollständigen weiterhin Marco Schiemann sowie die Torhüter-Trainer Hans Schley und Michael Gengenbacher.

“Gut aufgestellt“
Auch die Mannschaft inklusive der nachrückenden jungen Spieler Kevin Heuberger, Bastian Oesterle, Florian Fahner und Hannes Doll, die nächste Saison noch stärker in den Kader integriert werden sollen, wird mit einer Ausnahme zusammenbleiben. Nachwuchs-Torwart Tobias Moser will mal was ganz anderes machen und hat nach fünf Jahren beim TuS seinen Abschied angekündigt. Der 19-Jährige strebt ein freiwilliges soziales Jahr in Lateinamerika an. „Grundsätzlich“, ist Nico Baumann jedenfalls überzeugt, „sind wir gut aufgestellt, da wir auf jeder Position doppelt oder dreifach besetzt sind.“

Auch Herrmann bleibt
„Das Durchschnittsalter des Teams ist 24 Jahre, der 18- Mann-Kader hat einen guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielern“, stimmt für Felix Heuberger auch die Mischung.  Zudem ist er überzeugt, dass wir „in Verbindung mit der zweiten Mannschaft in der Landesliga beste Voraussetzungen für die ambitionierten Spieler haben, sich weiterzuentwickeln“. Auch hier wurden die Weichen für die kommende Saison gestellt. Head-Coach Simon Herrmann bleibt an Board und führt die Entwicklung der Mannschaft in der zweiten Saison fort. Co-Trainer Jörg Haß wird sich eine Auszeit vom Handball nehmen. Gespräche mit potenziellen Nachfolgern laufen. Trainer der dritten Mannschaft bleibt Tim Jochheim.

 

Quelle: handball-server.de
Autor: miqua
Bild: ©Ulrich Marx
https://handball-server.de/index.php/3-liga-sued-maenner/17300-tus-schutterwald-das-trainerteam-bleibt-an-bord


Marie Lipps zurück zum TuS Schutterwald

Die Oberliga-Handballerinnen des TuS Schutterwald freuen sich für die kommende Saison auf Verstärkung aus der 2. Liga: Marie Lipps kehrt von der HSG Freiburg zu ihrem Heimatverein zurück.

Ein 40-Stunden-Job in Offenburg, vier Trainingsabende in Freiburg und ein Spiel in der Woche waren stressiger Alltag für die 21-Jährige geworden. Schon im Dezember hatte sie deshalb gegenüber unserer Zeitung angedeutet, dass ihr auf Dauer der Aufwand zu hoch sei. Die Rückkehr zu ihrem Heimatverein war nun die logische Folge der Industriekauffrau, die – zunächst mit Zweifachspielrecht – seit 2017 bei den Red Sparrows aktiv ist und mit ihnen den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat.

Guter Start in die Planungen
„Ein Talent wie Marie können wir natürlich sehr gut brauchen, und es ist auch ein gutes Zeichen für unseren Verein, dass sie zurückkehrt“, freut sich Nicole Wolber, Abteilungsleiterin Frauen des TuS Schutterwald. Marie Lipps entstammt jener Jugend des TuS, die 2018/19 in der Bundesliga der weiblichen A-Jugend spielte.

Die erfreuliche Personalie ist somit ein guter Start in die Planungen des Oberliga-Aufsteigers, der wie alle Klubs derzeit nicht weiß, wie es weitergeht. „Im Moment gibt es auch keine Informationen von Verbandsseite“, berichtet Wolber, der es schwer fällt, an eine Fortsetzung der Saison zu glauben. Nach erst drei Spielen belegt das Team von Jochen Baumann mit 2:4 Punkten derzeit Rang sieben.

 

Quelle: handball-server.de
Autor: miqua
https://handball-server.de/index.php/oberliga-baden-wuerttemberg-frauen-berichte/17293-marie-lipps-zurueck-zum-tus-schutterwald


Martin Heuberger: „Ein Restrisiko bleibt immer“

Junioren-Nationaltrainer Martin Heuberger aus Schutterwald sieht der Handball-Weltmeisterschaft zuversichtlich entgegen. Chance für eine junge Mannschaft, „die brennt und das letzte Hemd gibt“. Sorge um die Entwicklung des Nachwuchses.

Er sei „total up to date“, versichert Martin Heuberger lachend. Ob 1. Bundesliga oder 2. Bundesliga – eigentlich schaut er sich fast jede Partie aus dem heimischen Wohnzimmer an. „So viele Spiele wie in den vergangenen Monaten habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen“, schmunzelt der Trainer der Juniorennationalmannschaft des Deutschen Handball-Bundes (DHB).

Mit Ausnahme, dass die Besuche bei seinen Schützlingen im Training oder bei Spielen ausfallen („dieser Kontakt fehlt mir aber schon“), hat der Schutterwälder derzeit beruflich so gut wie keine Einschränkungen. Die Arbeit geht weiter: regelmäßige Videokonferenzen, dazu die Trainingskonzeption. Nebenbei ist er auch noch als Referent für duales Karrieremanagement und für die Sportfördergruppe zuständig. Und dann eben die Arbeit mit dem aktuellen Junioren-Jahrgang. Letzteres ist das, was die Öffentlichkeit von seinem Job wahrnimmt.

Sicher in der „Blase“

Dennoch wurde im Dezember eine Lehrgangsmaßnahme abgesetzt. „Aus Gründen der Vorsicht, aber auch aus Rücksicht auf die hohe Spielefrequenz und damit auf die hohe Belastung für einige der Spieler“, so Heuberger. Seit Mittwoch ist man aber wieder in Warendorf zu einem Lehrgang versammelt. Die Teilnehmer kamen mit einem Negativtest in der Sportschule an und werden dort zweimal getestet. „Ich fühle mich sicher in dieser Blase“, sagt der Trainer.

Der körperliche Zustand seiner Schützlinge ist indes nicht bei allen gleich. Die Bundesligaspieler stehen im Wettbewerb, die Drittligaspieler hängen im Lockdown fest. „Schlupflöcher“ gibt es dennoch. An Olympiastützpunkten darf trainiert werden, mancher hat ein Zweifachspielrecht bei einem Bundesligisten oder einen Bundesligisten im eigenen Verein, bei dem er mittrainieren kann. „Krafttraining und Laufen gehen auf jeden Fall. Die Arbeit mit dem Ball kommt bei dem ein oder anderen dagegen zu kurz“, hat Heuberger festgestellt.

Die Auswirkungen auf den Sport, da ist sich der Schutterwälder sicher, kommen mit Verzögerung, „Diese Pause durch den Lockdown ist in der Entwicklung kaum mehr aufzuholen“, sieht der 56-Jährige dunkle Wolken am Horizont: „Das wirkt sich auf das Leistungsniveau aus. Aber im Prinzip gilt das für alle.“ Der aktuelle Junioren-Kader beispielsweise ist noch ohne große Meisterschaft. Dabei sind es gerade die großen Turniere, in denen die Toptalente ganz wichtige Erfahrungen sammeln. Die Hoffnung ruht nun auf der WM im Sommer in Ungarn.

Crossfit-Training fehlt

Persönlich hat sich Martin Heuberger mit den Corona-Einschränkungen gut arrangiert. Mund-Nasen-Schutz tragen, Kontakte im Alltag reduzieren – kein Problem. Das Crossfit-Training in der Gruppe, inklusive dem gemeinsamen Bier und Schwätzchen mit den Kumpels danach, vermisst er aber. „Alleine zu Hause trainieren und dann noch im Winter, ist nicht mein Ding“, sagt er, der ehemalige Mannschaftsspieler, offen.

Die Weltmeisterschaft in Ägypten wird er zu Hause vor dem TV-Gerät verfolgen. Dass gleich mehrere Akteure die Teilnahme absagten, kommentiert er professionell. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Er selbst vertraut einem ausgefeilten Hygienekonzept vor Ort, „auch wenn natürlich immer ein Restrisiko bleibt“. Und er vertraut dem Kader von Alfred Gislason, dem mit Juri Knorr einer angehört, der altersmäßig noch Junior ist. „Dadurch, dass viele junge, hungrige Spieler dabei sind, werden wir eine Mannschaft haben, die brennt und das letzte Hemd gibt“, ist Heuberger überzeugt und betont: „Es ist immer noch eine gute Qualität vorhanden, um den ein oder anderen Favoriten zu ärgern.“ Gerne erinnert er da an den Champions-League-Triumph des THW Kiel. „Die waren auch Außenseiter und haben gezeigt, was mit guter taktischer Einstellung und Begeisterung möglich ist.“

Bekannter Favoritenkreis

Im Titelkampf favorisiert er die „üblichen Verdächtigen“ vorn. Also Norwegen, Dänemark, Spanien vielleicht, oder Frankreich. Durchaus skeptisch sieht Heuberger eine WM erstmals mit 32 Ländern in Pandemie-Zeiten. „Dieser Beschluss wurde schon lange vor Corona gefasst.“

Und was bringt sportlich ein Vorrundenspiel gegen die Kapverdischen Inseln? „Uns eher wenig. Denen aber viel“, erklärt Heuberger. Es gehe darum, den Handball in der ganzen Welt zu vermarkten, ihn zumindest in die Fläche zu bekommen. „Wenn kleine Länder nie die Chance haben, zu Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zu kommen, bleibt der Handball in diesen Ländern auch klein.“

Zur Person: Martin Heuberger

Alter: 56 Jahre.
Wohnort: Schutterwald.
Beruf: Diplomierter Verwaltungswirt, bis 2018 Verwaltungsamtmann im Landratsamt Offenburg. Von 2002 bis 2014 und seit 2019 beim DHB.
Stationen als Spieler: TuS Schutterwald.
Länderspiele: 26.
Erfolge als Spieler: 164 Bundesligaspiele. 1985 WM-Vierter mit Junioren. 1986 und 1989 Bundesliga-Aufstieg mit dem TuS Schutterwald.
Stationen als Trainer: TuS Schutterwald (1995-1999), DHB-Junioren (2002-2011 und seit 2019), DHB-A-Team (2011-2014), Co-Trainer DHB-A-Team (2004-2011), TuS Schutterwald Jugend nach Bedarf.
Erfolge als Trainer: 1996 und 1998 Bundesliga-Aufstieg mit Schutterwald; 2002 deutscher A-Jugend-Vizemeister mit Schutterwald; 2009 und 2011 Weltmeister, 2004 und 2006 Europameister mit den Junioren; 2007 Co-Trainer beim WM-Sieg des A-Teams; 2013 WM-Fünfter mit dem A-Team.
Hobbys: Sport allgemein (Crossfit), Handwerk.

 

Quelle: handball-server.de
Autor: miqua
Bild: ©Ulrich Marx
https://handball-server.de/index.php/dhb/17280-martin-heuberger-ein-restrisiko-bleibt-immer


Verband bringt Annullierung der Saison ins Spiel

Das Ergebnis gleicht zwar eher einem Zwischenstandsbericht, doch erstmals wird offen eine Annullierung der Saison ins Spiel gebracht: Sollte bis Mitte März kein Re-Start möglich sein, wird die Saison wohl annulliert werden.

Alle warten in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder auf neue und weitere Regelungen zum Umgang mit Corona. Auch die Handballer. Doch eines ist klar: „Egal ob Verschärfungen oder Lockerungen – sie werden nicht von Verbandsverantwortlichen getroffen, sondern von Regierung, Gesundheitsämtern und Kommunen“, schrieben am Montag die Handball-Verbände in Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung.

Dennoch sei man bemüht, möglichst verlässliche Anhaltspunkte zu geben. Auf Vorschlag der Vertreter des Landesausschusses Spieltechnik haben die drei Präsidenten und der Vorstand von Handball Baden-Württemberg nun beschlossen, eine gemeinsame und einheitliche Information an alle Vereine mit Mannschaften in der BW-Oberliga (BWOL) und in den Spielklassen von Württemberg, Südbaden und Baden zu geben:

◼ Sobald die Behörden wieder Mannschaftstraining in der Halle zulassen, soll drei Wochen danach der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden.
◼ Das Re-Start-Wochenende soll in den drei Verbänden und für die BWOL-Staffeln am gleichen Termin sein.
◼ Haupt-Zielsetzungen bleiben bei den Erwachsenen eine sportliche Wertung der Saison und bei der Jugend eine ordentliche und komplett neue Qualifikations-Runde für die Saison 2021/22.

„Sollte bis Mitte März kein Re-Start möglich sein, wird die Saison wohl annulliert werden müssen, inklusive der Jugend-Qualifikation für die Runde 2020/21“, heißt es in der Pressemitteilung.

Außerhalb des Entscheidungsbefugnis der baden-württembergische Verbände liegt das weitere Vorgehen in der 3. Liga und auch, ob in der BWOL der B-Jugend Teilnehmer für die deutsche Meisterschaft ermitteln werden müssen. Da wird auf „zügige Entscheidungen“ der zuständigen Gremien des Deutschen Handball-Bundes gehofft.

 

Quelle: handball-server.de
Autor: miqa
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