Christoph Baumann: Im dritten Anlauf so gut wie nie

2015 stand Christoph Baumann vor dem Karriere-Aus. Doch der Ichenheimer kämpfte sich zurück. Jetzt feierte er mit dem TuS Schutterwald den Aufstieg in die Handball-Oberliga und einen persönlichen Triumph: Der 31-Jährige war in der vergangenen Saison der erfolgreichste Torschütze der Südbadenliga.

Gut, schmunzelt Christoph Baumann augenzwinkernd, sei er schon immer gewesen. Okay. Aber so gut wie in der gerade abgelaufenen Saison? »Schwer zu sagen. Aber das System beim TuS Schutterwald liegt mir einfach«, erklärt der beste Torschütze der abgelaufenen Saison in der Handball-Südbadenliga. Für Teamkollege Felix Heuberger ist dagegen klar: »Wir haben einen Christoph gesehen, der seine beste Leistung gebracht hat.«

Mehr als der klassische Torjäger
208/78 Tore hat Baumann erzielt, hinter Marc Müller (Helmlingen) war er zudem der zweitbeste Feldtorschütze. Der 31-Jährige ist Spielgestalter, auf halbrechts und auch halblinks flexibel einsetzbar und weit mehr als der klassische Torjäger. Sein Wurf ist nicht der härteste, aber platziert. Er ist nicht der Schnellste, dafür hat er ein geniales Auge. Er ist weder Rückraumshooter noch wirft er über die Abwehr. Er sucht den Nahkampf, »das macht es für den Torwart oft schwer«, glaubt er selbst. Dazu seine verdeckten Schlagwürfe – vor allem jedoch seine Pässe zum Nebenmann sind es, die Baumann noch mal in eine herausragende Position bringen.

»Klasse Mitspieler«
»Unsere Trainer setzen die Stärken von Christoph richtig in Szene. Dazu hat er klasse Mitspieler, mit denen er Druck aufbauen kann«, lobt Heuberger, und auch Baumann betont: »Wir haben eine spielstarke Mannschaft, das kommt mir entgegen.«

Lange gezögert
Als sich der Ichenheimer vor zwei Jahren zum Wechsel vom HTV Meißenheim nach Schutterwald entschied, hat er lange gezögert. Den Heimatverein verlässt man nicht leicht – und zuvor hatte er schon zweimal einen Anlauf in der Fremde unternommen.

2010 zum TV Willlstätt
2010 war Baumann als junger Spieler zum TV Willstätt gewechselt. In Meißenheim war er fast nur manngedeckt worden. »60 Minuten am Mittelkreis, das ist auf Dauer unbefriedigend«, fand er und wollte was Neues probieren. Doch eine Woche vor Saisonbeginn kugelte er sich die Schulter aus, eine bunt zusammengewürfelte Mannschaft war direkt nach dem Ende der HRO für die Integration anschließend auch nicht gerade förderlich. Baumann ging nach einem Jahr zurück nach Meißenheim. Wenig später hat er bei den Kadetten Schaffhausen ein Praktikum im Rahmen seines Studiums (Sport- und Eventmanagement) absolviert, den ambitionierten Handball ein bisschen aus den Augen verloren.

2014 zur TGS Pforzheim
2014 folgte ein neuer Anlauf bei der TGS Pforzheim in der BW-Oberliga. Eine halbe Saison ging es gut. Mit vielen Spielanteilen, mit Weltmeister Andrej Klimovets als Trainer, der auf seinen Regisseur setzte, ihn das Spiel ins Rollen bringen ließ. Doch das Verletzungspech schlug wieder zu. Baumann brach sich das Radius-Köpfchen im Ellbogen. Die erste Diagnose lautete zwei, drei Monate Pause. Doch mit der anschließenden Reha kamen auch extreme Schmerzen.

»Keine gute Prognose
Bei einer erneuten Untersuchung die niederschmetternde Diagnose: sämtliche Bänder gerissen, dazu ein Knorpelschaden. Zwei Operationen folgten. In der einen wurden freie Gelenkkörper entfernt, in der anderen die Trizepssehne in den Ellbogen verpflanzt. »Ärztlicherseits gab es keine gute Prognose«, spricht Baumann über eine schwere Zeit.

19 Monate Pause
Der 31-Jährige, der in einer Handballer-Familie groß geworden ist und sich selbst als klassisches Hallenkind bezeichnet, hat dann seine Zelte in Pforzheim abgebrochen. Aufgeben wollte er so schnell aber nicht. Nach 19 Monaten folgte das Comeback beim HTV, danach eine »Probesaison«, und am Ende stand die Erkenntnis, es noch einmal höherklassig probieren zu wollen – diesmal beim TuS Schutterwald.

Teamplayer
»Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, ich bin aber mit offenen Armen aufgenommen worden«, sagt er heute und schwärmt vom Verein: »Alles ist professionell, aber auch familiär. Und dass wir als Mannschaft funktionieren und Spaß haben, sieht man auf dem Feld.« Mit Nico Baumann, seinem Cousin, und Karlheinz Wolpert habe man zudem zwei Trainer, die passen. »Eher kollegial, aber auch mal streng«, so Baumann, der seine Rolle als Teamplayer, die er kraft seiner Position auf dem Feld hat, auch außerhalb ausfüllt.

Gute Stimmung wichtig
»Für gute Stimmung sorgen und den Jungen im Team die Welt erklären«, nennt er im TuS-Vereinsheft seine Aufgaben. Die nimmt er ernst. »Christoph ist eine gute Stimmung wichtig, und für die sorgt er auch selbst«, lobt Heuberger, der ihn vor zwei Jahren vom Wechsel überzeugen konnte und sich nun freut: »Dass er nach seiner Verletzung noch mal so stark zurückkommt, hätte keiner erwartet.«

Quelle: Mittelbadische Presse
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TuS Schutterwald lädt zur großen Meisterehrung

Traditionell nach Saisonende sagt der TuS Schutterwald mit einem Helferfest »Danke« – am Freitag ab 18 Uhr in der Mörburghalle ist es so weit.

In diesem Jahr steht das Helferfest des TuS Schutterwald im Zeichen der erfolgreichsten Saison der jüngeren Vereinsgeschichte: Gleich acht (!) Meistermannschaften des TuS werden geehrt, allen voran die Männer für Platz eins in der Südbadenliga und den Aufstieg in die Oberliga durch Hansi Ganter vom Südbadischen Handball-Verband.

Essen und Trinken frei
Wie der Verein mitteilt, sind dazu Spieler, Betreuer, Eltern, Verwandte, Bekannte, Helfer, Sponsoren, Gönner und auch Fans eingeladen. »Einfach die ganze TuS-Familie. Jeder, der während der Saison öfter mal in der Mörburghalle vorbeischaut, darf sich angesprochen fühlen«, sagt der 2. Vorsitzende Torsten Kiefer. Essen und Trinken ist an diesem Abend frei.

Ehrung im Rathaus
Schon zuvor um 17 Uhr ist die Südbadenliga-Meistermannschaft im Schutterwälder Rathaus zu einer Ehrung eingeladen. Der Empfang ist intern, doch die Jungs haben bereits angekündigt, dass sie sich auf dem Rathaus-Balkon zeigen möchten.

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Philipp Harter: Zum Abschied Aufstieg mit dem TuS Schutterwald

Schon lange steht fest, dass Philipp Harter kommende Saison zur HSG Konstanz wechseln wird. Zum Abschied beim TuS Schutterwald durfte das 19 Jahre alte Handball-Talent nun den Aufstieg in die Oberliga feiern.

Am Samstagabend noch feierte Philipp Harter ausgelassen mit seinen Kollegen vom TuS Schutterwald den Aufstieg in die Oberliga, schon am Sonntag bei den Nach-Feierlichkeiten war er nur noch Chauffeur. Der 19-Jährige hatte am Montag und Dienstag seine Sportprüfungen fürs Abitur. Fächer: Leichtathletik und natürlich Handball.

Leistungsträger
Dabei hat Harter im Handball die Reifeprüfung längst bestanden. Er war Jugendnationalspieler, Zweiter in der Torschützenliste der abgelaufenen Saison in der Jugend-Bundesliga, Leistungsträger in der ersten Mannschaft und spielt kommende Saison in der Oberliga. Leider nicht mit dem TuS Schutterwald, sondern – wie schon lange bekannt – mit der HSG Konstanz.

Aufbauen für U23
»Wir wollen Philipp in der U23 für unsere erste Mannschaft aufbauen«, hatte HSG-Sportchef Andre Melchert bei der Verpflichtung des Talents erklärt. Ein neuer Verein, neue Mitspieler, neue Umgebung, erstmals weg von zu Hause. Es braucht Zeit, die sich der Linkshänder mit dem eingebauten Turbo in den Beinen nehmen will. »Ich will mich da erst mal eingewöhnen«, sagt der Ortenberger, der vor dem Umzug an den Bodensee bei Mama Isolde noch ein paar Kochstunden nehmen will. »Sie wird mir noch ein paar kleine Tricks zeigen«, lacht er. Immerhin: Eine Wohnung hat er bei HSG-Torwart Sven Gemeinhardt, aus Steinbach stammend, in einer WG bereits sicher.

SV Ohlsbach der Heimatverein
Philipp Harter ist ein offener, unkomplizierter Typ. Das hat ihm schon in Schutterwald die Integration erleichtert. Dabei war der TuS sein Wunschverein lange nicht. Harter hat sich wohl gefühlt beim SV Ohlsbach, wo ihn einst ein Kumpel ins Training gelotst hatte. Doch irgendwann wurde der mittlerweile 1,87 Meter große Linkshänder so gut, dass ein Vereinswechsel unumgänglich war. »Ich hab’ ein bisschen länger gebraucht«, schmunzelt er heute.

Viel gelernt von Ehrler und Zipf
2015 ist er zum TuS Schutterwald gewechselt, zum Jugendnationalspieler gereift und danach in der ersten Mannschaft auf Anhieb zum Leistungsträger geworden. »Ich durfte sehr viel spielen und konnte mich dadurch weiterentwickeln«, setzte er die vielen Einsatzzeiten gewinnbringend ein. Und er konnte lernen – erst vom erfahrenen Sascha Ehrler, vergangene Saison von Felix Zipf. »Da schaust du dir einiges ab. Da nimmst du vieles mit«, sagt er.

TuS hätte ihn gerne behalten
Auch privat hat sich Harter wohl gefühlt, hat neue Freunde gewonnen. Leicht fällt ihm der Wechsel deshalb nicht, und auch der TuS hätte ihn gerne behalten. »Am Samstag wurde es doch ganz schön emotional. Vor allem mit dem unerwarteten Aufstieg«, gibt der 19-Jährige zu.

Entweder Konstanz oder Schutterwald
Es gab verschiedene Angebote, mit Ausnahme der HSG Konstanz aber keines, das den Abiturienten am Wirtschaftsgymnasium Offenburg gereizt hätte. »Für mich war klar: Entweder es klappt mit Konstanz oder ich bleibe beim TuS Schutterwald«, stellt er klar. Bei der HSG Konstanz glaubt der angehende Student der Wirtschaftsinformatik, »dass ich dort für mich die optimalen Verhältnisse vorfinde, Studium und Handball auf hohem Niveau zu verbinden«.

Sportliche Familie
Denn der Sport ist ein wichtiger Teil seines Lebens und prägt die ganze Familie. Schwester Elena nahm für die LG Offenburg an deutschen Leichtathletik-Meisterschaften teil. Unter deren langjährigem Trainer Wilhelm Seigel hat sich Harter in den Osterferien den letzten Schliff für das Leichtathletik-Abi geholt.

Ohne größere Verletzungen
Vater Andreas war einst Volleyballer, und Cousin Jacob Harter spielte eine starke Saison im Verbandsligateam des Offenburger FV, ehe den 19-Jährigen, nur zwei Monate älter als Philipp, vor wenigen Wochen ein Kreuzbandriss stoppte. Es war schon der zweite in zwei Jahren, dazwischen lag noch ein Schlüsselbeinbruch. »Da leidet man extrem mit. Da sind meine zwei Außenbänder, die ich mir im Herbst gerissen habe, ein Klacks«, weiß Philipp Harter zu schätzen, dass er bisher ohne größere Verletzungen durch das Sportlerleben gekommen ist.

Rückkehr in die Mörburghalle
Am 12. Mai ist Abi-Ball, am 15. Juli Vorbereitungsstart bei der HSG Konstanz. Dazwischen wird Philipp an den Bodensee ziehen, aber immer wieder gerne zurückkehren. »Ich hab’ vom TuS eine Dauerkarte bekommen, die werde ich nutzen, soweit es mir möglich ist«, verspricht er. Einmal wird er ganz bestimmt kommen: Wenn die HSG Konstanz II in der Mörburghalle aufläuft.

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
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Aufsteiger TuS Schutterwald kann das Glück kaum fassen

In einem unglaublichen Saisonfinale feierte der TuS Schutterwald erst einen 40:25 (18:9)-Erfolg beim TuS Altenheim und danach den Aufstieg in die Handball-Oberliga, da Spitzenreiter Hofweier beim Drittletzten SG Kappelwindeck/Steinbach verlor. Jubel, aber auch Fassungslosigkeit prägten am Samstag die Szenerie in der Herbert-Adam-Halle.

David Salameh, sportlicher Leiter des TuS Schutterwald, hatte am Samstag am Zeitnehmertisch einen ruhigen Job und Gelegenheit, immer mal wieder einen Blick auf den Liveticker der Partie in Steinbach zu werfen. »Der war interessanter als unser Spiel«, schmunzelte Salameh. Und da direkt dahinter auch der Hallensprecher den freien Blick auf den Laptop hatte, wurden die Zuschauer von Tom Heuken in der zweiten Hälfte mit den Zwischenständen aus Steinbach versorgt.

Keine Vorbereitungen getroffen
»Auf dem Feld war das aber eigentlich nicht zu verstehen«, sagte TuS-Regisseur Christoph Baumann nach der Partie. Erst in den letzten fünf Minuten hatte die Unruhe die Bank des TuS Schutterwald ergriffen, kurz nach Spielschluss kam dann die Kunde aus Steinbach, die die Schutterwälder in Jubel und Fassungslosigkeit versetzte. »Das ist einfach nur geil, auch wenn wir nichts vorbereitet haben«, lachte Linkshänder Philipp Harter, der heute noch sein Sport-Abitur meistern muss. Es gab in der Tat weder Meister-T-Shirts, Plakate noch Sektpullen. Auch kein Vertreter des Verbands stand zur Ehrung parat. Erst als eine dreiviertel Stunde später die zweite Mannschaft in der Halle einmarschierte, gab es einen aufblasbaren Pokal.

Bockstarke Abwehr
»Es fühlt sich komisch an. Wirklich begreifen kann man das nicht«, sagte Meistercoach Nico Baumann, der zuvor noch einen starken Auftritt seiner Mannschaft gesehen hatte. »Wir sind super ins Spiel gekommen mit einer bockstarken Abwehr und konnten dadurch Gegenstöße laufen.« Über 5:1 (11.) und 13:6 (19.) sorgte Schutterwald schon zur Pause beim 18:9 für klare  Verhältnisse.

Da war in der Kabine dann auch kurz der Pausenrückstand von Hofweier Thema, »doch wir haben gedacht, das drehen die noch«, gab Torwart Felix Heuberger zu.

Timo Heuberger: Sind überrollt worden
Lauter geworden war es da allerdings in der Altenheimer Kabine. »Mich hat geärgert, dass ein Daniel Sester den Jungen zeigen muss, wie man zurückläuft«, berichtete AldnerCoach Timo Heuberger und gab zu: »Wir sind von Schutterwald überrollt worden. Wir haben die Mitte auf- statt zugemacht, und es ist uns nicht gelungen, die Kreisanspiele und das Tempospiel von Schuterwald zu unterbinden.« Zwar war zum Saisonabschluss Gerry Sutter aus Paris gekommen, »und wir hatten heute auch eine bessere Mannschaft als letzte Woche in Hofweier«, sagte Heuberger, sah sein Team, gegen einen entfesselt aufspielenden Gegner aber auch chancenlos: »Mit der Mannschaft von letzter Woche wären wir heute deutlich unter die Räder gekommen.« Durchgang zwei war so letztlich nur noch das Warten auf das Saisonende – mit einem Ausgang, den so niemand erwartet hatte.

Christoph Baumann Torschützenkönig
Felix Heuberger, der kürzertreten wird und sich in der sportlichen Leitung der Schutterwälder einbringt, erinnerte in der Stunde des Triumphs an die »Geburt« dieses Teams. »Wir hatten vor mehr als zweieinhalb Jahren kein Südbadenliga-Team, standen schon fast in der Landesliga. Dann konnten wir mit Sascha Ehrler einen der wichtigsten Transfers realisieren, er war Signalwirkung. Durch ihn kam auch Christoph Baumann zu uns.« Jener Christoph Baumann, der eine ganz starke Saison spielte, auch Torschützenkönig wurde, und am Samstag sagte: »So überraschend Meister zu werden, ist das Beste, was es gibt.«

Trainer-Duo ruhig geblieben
Und da ist da noch das Trainer-Duo Nico Baumann und Karlheinz Wolpert, das auch in der kleinen Januar-Krise ruhig geblieben ist. »Es war stark, dass wir aus diesem Loch wieder rausgekommen sind. Und zum Ende haben wir richtig gute Spiele abgeliefert«, fand Nico Baumann. Und Linkshänder Felix Zipf, der vor der Saison von der SG Köndringen/Teningen nach neun Jahren zurückgekommen ist, sprach für die Mannschaft, als er sagte: »Dieser Titel freut mich vor allem auch für unser Trainer-Team.«

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
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Jugend des TuS Schutterwald verpasst knapp den Turniersieg

Beim südbadischen Vorqualifikationsturnier zur A-Jugend-Bundesliga musste sich der Nachwuchs des TuS Schutterwald am Samstag beim Heimturnier mit Rang zwei begnügen.

Entscheidend war die 19:20-Niederlage gegen den TuS Helmlingen, der als Gruppenerster in drei Wochen ein weiteres Turnier ausrichten darf. Die beiden Spiele gegen die beiden Freiburger Mannschaften wurden klar gewonnen.

Riesenchance verpasst
»Die Enttäuschung ist groß, zumal wir Helmlingen eine Halbzeit im Griff hatten«, haderte TuS-Coach Martin Heuberger. Seine Jungs brachten eine 11:5-Halbzeitführung nicht ins Ziel, verloren nach der Pause im Angriff den Faden und wurden dadurch auch in der Abwehr verunsichert. »Da waren wir einfach nicht mehr präsent«, resümierte Heuberger und ärgerte sich: »Wir haben eine Riesenchance verpasst.«

Torleute mit guter Leistung
Er weiß aber auch, dass sein Team noch Potenzial hat. So hat die Mannschaft in dieser Formation, auch mit Neuzugang Oliver Bührer, nur wenige Male gemeinsam trainiert. »Da geht schon noch was«, ist Heuberger überzeugt und attestierte seinen Torleuten Tobias Moser und Simon Huber eine gute Leistung.

Weiter am letzten Mai-Wochenende
Als Gruppenzweiter muss der TuS Schutterwald nun bei einem weiteren Turnier am letzten Mai-Wochenende auswärts antreten. Dort spielen dann je vier Teams in zwei Gruppen, wobei sich jeweils die beiden Gruppenersten noch mal für ein Turnier qualifizieren.

Schutterwald – HSG Freiburg 15:10 (8:5)
Schutterwald:
Moser, Huber; Hennig 1, Doll 1, Mutschler, Fahner 1, Haß, Isenmann 1, Kern 3, Meffle 1, Wagner 2, Bührer 4/2, Heuberger 1, Meier.

Helmlingen – Schutterwald 20:19 (5:11)
Helmlingen:
J. Meyer 6, Lasch 7/2, Mink, Kempf 3, Nachtigall 1, Karch, Reuter 2, Schmitt 1/1,. M. Meyer, Horn, Siewert.
Schutterwald: Moser, Huber; Hennig 2, Doll 2, Fahner 1, Haß 1, Kern 1, Meffle 1, Wagner 2, Bührer 6/3, Ehret, Heuberger 3, Meier.

Zähringen – Schutterwald 18:23 (7:12)
Schutterwald:
Moser, Huber; Hennig, Doll 5, Mutschler, Haß 2, Isenmann, Kern, Meffle 1, Wagner 2, Bührer 5/1, Ehret 2, Heuberger 4, Meier 2.

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
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»Wir hatten im Endspurt stärkste Phase der Saison«

Mit der Meisterschaft hatte man beim TuS Schutterwald nicht mehr gerechnet, wie Aussagen der Spieler nach dem feststehenden Aufstieg in die Handball-BW-Oberliga zeigen.

Tim Heuberger: »Ich kann das gar nicht glauben. Kappelwindeck/Steinbach war bei uns vor vier Wochen so schlecht, und jetzt gewinnen die. Wir haben null Komma nichts für eine Meisterschaft vorbereitet, das sieht man uns auch an. Ab Donnerstag feiern wir aber mit 16 Mann auf Mallorca.«

Christoph Baumann: »Wir hatten bereits geunkt, dass wir mit sieben Minuspunkten der bestplatzierte Zweite aller Zeiten sein würden. Unsere Rest-Hoffnung lag vielleicht bei fünf Prozent. Und das war schon hochgepokert. Wir haben aber schon beim Sieg in Hofweier gezeigt, dass wir aktuell deutlich stärker sind. Das war damals eine Machtdemonstration.«

Felix Zipf: »Es ist unfassbar, da brauche ich noch ein, zwei Tage. Unser Plus war, dass wir im Endspurt unsere stärkste Phase der Saison hatten. Wir sind am Ball geblieben, die Meisterschaft haben sich Mannschaft, das Trainer-Team und das Umfeld sehr verdient. Für mich persönlich schließt sich ein Kreis. Ich bin in meinem ersten Jahr Herren beim TuS aus der Oberliga abgestiegen, jetzt ist es schön, mit dem TuS Schutterwald wieder in der Oberliga zu spielen.«

Andi Bachmann: »Wir haben die letzten Spiele durchgezogen, haben Hofweier zweimal besiegt und waren viermal Zweiter. Da ist es ganz natürlich, dass wir auch mal dran sind.«

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Autor: Miqua
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Die Halle war das große Thema beim HGW Hofweier

Die Stadthalle Steinbach und die Ansetzung der Schiedsrichter waren das große Thema beim Handball-Südbadenligisten HGW Hofweier am Samstag. Bitter war das Spiel zudem für einen, der unfreiwillig nach 20 Minuten vom Feld musste.

Das Spiel Kappelwindeck/Steinbach gegen Hofweier fand in der Stadthalle Steinbach statt – in der Sportschule darf am Samstag nicht gespielt werden, die Bühler Halle war durch die Volleyball-U20-DM belegt.

»Völliger Wahnsinn«
Die Stadthalle war bei Hofweier das große Thema – vor, aber auch nach dem Spiel. »Das hatte mit Handball nichts zu tun«, echauffierte sich Michael Bohn über das Harzverbot, »es war grausam zum Anschauen. Meine Jungs haben sich gar nicht mehr getraut, aus dem Rückraum zu werfen.« Auch mit der Ansetzung der Schiris haderte er: »In Halbzeit eins wurden wir maßgeblich benachteiligt, mit voller Absicht«, so Bohn, der die Ansetzung des erfahrenen Drittliga-Gespanns Sven Beck/Sven Braun (Sandweier) als »völligen Wahnsinn« bezeichnete.

Lukas Schade gar nicht auf dem Spielberichtsbogen
Kurios: Knapp 20 Minuten rackerte Lukas Schade in der HGW-Abwehr, bis festgestellt wurde, dass er gar nicht auf dem Bogen stand. Kurzfristig rückte Mike Bächle auf.

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
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TuS Schutterwald steigt in die BW-Oberliga auf

Nach zehn Jahren ist der TuS Schutterwald zurück in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg. Der bisherige Tabellenzweite siegte am Samstag mit 40:25 beim TuS Altenheim und fing Spitzenreiter HGW Hofweier noch ab, der bei der SG Kappelwindeck Steinbach 20:23 verlor. Absteigen muss nun die HSG Ortenau Süd.

Am Ende hatte die Südbadenliga ein Finale, da so nur ganz Wenige auf der Rechnung hatten. Der HGW Hofweier, seit Anfang November Tabellenführer, verspielte seine glänzende Ausgangsposition im Schlussspurt. Vor drei Wochen gab es die 22:26-Heimniederlage gegen den TuS Schutterwald, jetzt verlor man am Samstag bei der SG Kappelwindeck/Steinbach mit 20:23. Nur bis zum 3:2 hatte Hofweier geführt, danach lag stets die SG vorn.

HSG Ortenau Süd steigt ab
Die Gastgeber standen in der Stadthalle Steinbach unter Druck, benötigten unbedingt einen Sieg, um das Relegationsspiel zum Klassenerhalt gegen den Landesligisten (Sieger aus Ottenhöfen gegen HU Freiburg) sicher zu haben. Absteigen muss nach einem Jahr damit wieder die HSG Ortenau Süd, die sich vor eigenem Publikum der HGS Freiburg mit 21:27 geschlagen geben musste.

TuS Altenheim ohne Chance
Ausgelassen war der Jubel am Samstag dagegen beim TuS Schutterwald. Die »Roten Teufel« hatten erst in Altenheim den Gegner klar dominiert, beim 40:25-Erfolg ihre augenblickliche Leistungsstärke eindrucksvoll gezeigt. Als dann kurz nach Spielende die Nachricht von der HGW-Niederlage in die Herbert-Adam-Halle drang, kannte der Jubel keine Grenzen und war sehr authentisch.

Nichts vorbereitet
»Wir haben null Komma nichts vorbereitet. Das ist alles unglaublich«, schüttelte Rückraumspieler Tim Heuberger immer wieder den Kopf. Und Trainer Nico Baumann, der gemeinsam mit Karlheinz Wolpert vor zwei Jahren bei ihrem Antritt einen »Neuaufbau« eingeleitet hatte, sagte noch lange nach Spielschluss: »Ich kenne bisher das Ergebnis aus Steinbach nur vom Hörensagen. Das muss ich mir jetzt erst mal anschauen, bevor ich das alles begreifen kann.«

»Einfach mal verdient«
Ganz pragmatisch war Andreas Bachmann: »Wir waren viermal Zweiter. Jetzt haben wir uns diese Meisterschaft einfach mal verdient«, sagte der langjährige Leistungsträger des TuS.

HSG Ortenau Süd – Freiburg 21:27 (9:10)
HSG Ortenau Süd:
Richini, Klein; Betzler 8/1, Fimm, Bolz 4, Leufke 1, Schilli, Ruf, Herzog, Wilhelm 1, Bechtold, Göpper 6, N. Herzog 1, Heim.
HSG Freiburg: Lais, Monninger, Y. Ahrens; N. Ahrens 1, Wiggenhauser 2, Ganter 5/2, Muy 3, Faßbinder 5, Konrad 1, Motz, Klein 1, Boomgaarden 3, Kurz, Maier 6/2.

Altenheim – Schutterwald 25:40 (9:18)
Altenheim:
Rauer (ab 15.), Grangé (bis 14.); Reuter 1/1, Sutter 6/1, Teufel 3, Heini, Bachmann 2, S. Rudolf 2, Farrenkopf 2, Schilling, Beiser 1, Kugler 4/1, Sester 3/1, Garancz 1.
Schutterwald: Herrmann (bis 44.), F. Heuberger (ab 45.); Wöhrle 6, T. Heuberger 1, Bachmann 3, Hug 1/1, Huck 1, Erlenwein 1/1, Möschle 4, Harter 6, Zipf 7, Baumann 5/1, Seigel 3, Heinz 2.

Kappelwindeck/Steinbach – Hofweier 23:20 (11:8)
Kappelwindeck/Steinbach:
Zeus, Forcher; Schmitt, Pfliehinger 4, Schreck, J. Höll 5, Braun 4/3, Leppert 3, St. Höll, Hochstuhl, Gemeinhardt 1, Krumbacher, Seebacher 4, Kern 2.
Hofweier: Nikolic, Knuth; Neff, Bächle, T. Stocker 1, St. Stocker 3, F. Herzog, Barbon, M. Herzog 3, See 4/2, Vucetic 1, Kunde 6, Einloth, Dittrich 2.
Disqualifikation: Schreck (46.)

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: Ulrich Marx
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HGW Hofweier aus allen Meisterträumen gerissen

Alles war gerichtet für die Meisterfeier, insgesamt weit über 100 Fans in zwei Bussen und in Pkws begleiteten den HGW Hofweier Team zum letzten Auswärtsspiel bei der SG Kappelwindeck/Steinbach. Doch statt Jubel über den Aufstieg herrschte nach der 20:23 (8:11)-Niederlage Fassungslosigkeit. Trotz hervorragenden 44:8 Punkten rutschte der HGW am Ende einen Zähler hinter den TuS Schutterwald, der damit die Saison auf Platz eins beendete.

Dabei begann die Partie so, wie man es sich beim HGW vorgestellt hatte. 3:0 hieß es für den Spitzenreiter nach fünf Minuten. Die Gastgeber zeigten Respekt. Und eigentlich hätte dieser Auftakt bei Hofweier für Sicherheit und Ruhe sorgen müssen. Doch das Gegenteil war der Fall. Zwar blockte der Abwehrverband nahezu alle Würfe aus dem Rückraum, doch im Angriff häuften sich die Fehler.

Miserable Abschlüsse
Die ersten drei Gegentreffer durch Jeremias Seebacher und Simon Pfliehinger resultierten dann auch aus Gegenstößen. Hofweier blieb Minuten ohne Treffer und musste in der 14. Minute den 4:5-Rückstand hinnehmen. Ein Strafwurf, der am  Aluminium landete und ein Siebenmeter-Tor durch Stefan See in der 17. Minute waren die einzigen nennenswerten Aktionen der nächsten zehn  Minuten.  Dafür wuchsen technische Fehler und miserable Abschlüsse schon bis zur Pause ins Unermessliche.

6:0-Abwehrvariante der Gastgeber griff
Die Hausherren kämpften  leidenschaftlich und verbissen. Hofweier machte es ihnen aber auch leicht. Statt durch schnelle Ballstafetten und viel Bewegung die gegnerische Defensive in Bewegung zu bringen, war Standhandball angesagt. Alle Versuche, zum Abschluss zu kommen, erfolgten aus dem Stand, und da war man gegen die robust zugreifenden Gastgeber auf verlorenem Posten. Überhaupt hatte Markus Ullrich seinem Team eine defensive 6:0-Abwehrvariante verordnet, was sich als die richtige Entscheidung erwies. Die 11:8-Pausenführung war hochverdient für die Einheimischen.

Fehlerfestival
In der Kabine schien dann das Blei an den Füßen der Spieler von Michael Bohn noch gewachsen zu sein. Ein gelungener Spielaufbau und das Selbstbewusstsein eines Tabellenführers gehörten jedenfalls nicht zum samstäglichen Repertoire. Weil die SG-Akteure beim Fehlerfestival nicht hinten anstehen wollten, bekam Hofweier trotzdem immer wieder die Möglichkeit, das Spiel doch zu den eigenen Gunsten zu wenden.

Nicht mal 30 Prozent abgerufen
Obwohl das Spielgerät weiterhin ein Fremdkörper war, keimte beim 21:20 noch mal Hoffnung: 108 Sekunden blieben noch. Doch zwei Prell- und Abspielfehler der SG-Angreifer konnten nicht genutzt werden und die einheimischen Fans feierten zu Recht Heimsieg und Relegationsplatz.  Ihr Team hatte das abgeliefert, was an Leistung abgerufen werden konnte, während Hofweier noch nicht mal auf 30 Prozent seines Leistungsvermögens kam. Einzig Philipp Kunde mit seiner Trefferausbeute und mit Abstrichen Stefan See und Steffen Stocker waren Lichtblicke im tiefen Grau der HGW-Mannschaft.

Kappelwindeck/Steinbach – Hofweier 23:20 (11:8)
Kappelwindeck/Steinbach:
Zeus, Forcher; Schmitt, Pfliehinger 4, Schreck, J. Höll 5, Braun 4/3, Leppert 3, St. Höll, Hochstuhl, Gemeinhardt 1, Krumbacher, Seebacher 4, Kern 2.
Hofweier: Nikolic, Knuth; Neff, Bächle, T. Stocker 1, St. Stocker 3, F. Herzog, Barbon, M. Herzog 3, See 4/2, Vucetic 1, Kunde 6, Einloth, Dittrich 2.
Disqualifikation: Schreck (46.)

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: handball-server.de
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