U20: Standortbestimmung beim Vier-Länder-Turnier in Portugal

Der Auftakt ins das Jahr 2020 hat es für die männlichen U20-Handballer in sich: Dem ersten Lehrgang folgt am 10. Januar der Start beim Vier-Länder-Turnier in Portugal. Bundestrainer Martin Heuberger blickt dabei schon in Richtung Europameisterschaft und freut sich auf frühe Erkenntnisse.

Das vergangene Jahr offenbarte Heuberger nach seiner Rückkehr zum Deutschen Handballbund bereits viel Gutes. Platz neun bei der Weltmeisterschaft täuscht im Ergebnis ein wenig über den souveränen Auftritt hinweg. „Im gesamten Turnierverlauf mussten wir nur zwei Niederlagen hinnehmen, genauso viele hatte auch Weltmeister Frankreich“, erklärt Heuberger. „Da sieht man, wie eng es auf diesem Niveau zugeht.“

Ein ähnlich hohe Qualitätsdichte erwartet der Bundestrainer nun auch im neuen Jahrgang der 1999er und 2000er. „Dort gilt es nun schnell, die individuellen Stärken zu fördern und die Spieler im engen Austausch mit ihren Vereinen weiter zu verbessern“, führt Heuberger aus. Denn es reiche nicht, Dinge im Training stetig zu wiederholen. „Sie müssen auch im Wettkampf unter Stressbedingungen ausgeführt werden, um daran zu wachsen.“

Länderspielpraxis gibt es daher bereits vom 10. bis 12. Januar in Portugal. Beim Vier-Länder-Turnier misst sich die Heuberger-Sieben zunächst mit den Gastgebern (10. Januar) und anschließend mit Spanien (11.) und Frankreich (12.). Dem Turnier voraus geht ein Lehrgang in der Landessportschule Frankfurt, der bereits am 6. Januar startet. „Die Portugiesen sind sehr spielstark, die Franzosen hingegen körperlich sehr präsent“, stellt Heuberger des Gegners Stärken heraus. „Die spanische Mannschaft ist auch spielerisch sehr weit und stellt uns mit einer offensiven Abwehr vor eine besondere Herausforderung.“

Wie sonst auch üblich, wird Heuberger die erste Standortbestimmung des Jahres mit einem 16 Mann starken Kader angehen. Nach vielen Sichtungen in den vergangenen Lehrgängen ist das aber noch kein besonderer Fingerzeig. „Momentan schauen wir uns alle Spieler an und überlegen, wer welche Qualitäten mitbringt und wer eine Alternative sein könnte“, so Heuberger. Bis zum Frühjahr bleibt der Kader breit, erst dann soll sich ein Stamm herauskristallisieren, mit dem das Projekt EM angegangen wird.

Insgesamt wähnt Heuberger den Jahrgang auf dem Weg in ein erfolgreiches Jahr 2020. „Wir haben im Rückraum viele Talente, die schon Praxis in den Seniorenligen bekommen.“ Hinzu kommt der Ausbau des Athletiktrainings unter DHB-Trainer David Gröger, das die deutschen Auswahlteams auf Höhe mit anderen Nationen halten soll. Heuberger: „Ich bin gespannt, wie sich das in den Duellen bemerkbar macht.“

Der DHB-Kader für den U20-Lehrgang in Frankfurt und das Vier-Länder-Turnier in Portugal:
Cedric Marquardt (TV Gelnhausen), Glenn-Luis Eggert (MT Melsungen), Philipp Ahouansou (Rhein-Neckar Löwen), Alexander Reimann (TBV Lemgo), Benedikt Damm (Rhein-Neckar Löwen), Ian Weber (HSG Wetzlar), Julian Köster (TSV Bayer Dormagen), Veit Mävers (TSG Hannover-Burgdorf), Pierre Busch (VfL Gummersbach), Lukas Diedrich (SC Magdeburg), Tom Bergner (VfL Eintracht Hagen), Merlin Fuß (TV Hüttenberg), Axel Goller (VfL Pfullingen/FA Göppingen), Alexander Weck (Bergischer HC), Sven Ehrig (THW Kiel), Luis Föge (TVB Stuttgart)

Reserve: Torben Matzken (Füchse Berlin), Finn Zecher (TBV Lemgo), Alexander Pfeifer (TV Großwallstadt), Jaris Tobeler (HC Empor Rostock), Paul Schikora (SC Magdeburg II), Yannick Danneberg (SC Magdeburg), Julius Meyer-Siebert (SC DHfK Leipzig)

Spielplan Vier-Länderturnier in Estarreja/Portugal (alles deutsche Zeiten):
Freitag, 10.Januar:
18.45 Uhr: Spanien - Frankreich
21 Uhr: Portugal - Deutschland
Samstag, 11. Januar:
17.45 Uhr: Frankreich - Deutschland
20 Uhr: Spanien - Portugal
Sonntag, 12. Januar:
10.45 Uhr: Deutschland - Spanien
13 Uhr: Portugal - Frankreich

Alle Spiele live auf Sportdeutschland.TV via dhb.de/livestreams.

 

Quelle: Deutscher Handballbund
Autor: ENI
Bild: ©Marco Wolf
https://www.dhb.de/de/redaktionsbaum/nationalteams/u20-21m--neu-/u20--standortbestimmung-beim-vier-laender-turnier-in-portugal/?fbclid=IwAR0GVQUZlvsERfJ0vIB6ixSw6LM1oj3xEicYs6cuM4CeIQOGB-jQitVx30k


Herr Heuberger, wie gewinnt Deutschland die Handball-EM?

Die Handball-Europameisterschaft 2020 startet am Donnerstag. Was braucht es, damit die deutsche Nationalmannschaft siegreich aus dem Turnier hervorgeht? Das wollten wir von Ex-Bundestrainer Martin Heuberger (55) aus Schutterwald wissen. Und er hat schon eine Strategie auf Lager.

Am Donnerstag beginnt die Handball-Europameisterschaft 2020 in Norwegen, Schweden und Österreich. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet in Trondheim ihr erstes Spiel gegen die Niederlande (18.15 Uhr/ZDF). Martin Heuberger (55) ist als Junioren-Bundestrainer auch nah dran am A-Team von Bundestrainer Christian Prokop. Im Interview mit der Mittelbadischen Presse erläutert der Schutterwälder Stärken, Schwächen und Chancen einer Mannschaft, die vor allem schwerwiegende Ausfälle verkraften muss.

Wie viel würden Sie darauf wetten, dass die deutsche Mannschaft als WM-Vierter auch das Halbfinale der Handball-EM erreicht?
Martin Heuberger: Ganz ehrlich, das ist schwierig zu sagen. Grundsätzlich hat es die Auslosung gut gemeint. Wir können weit kommen, aber aufgrund der vielen Ausfälle muss alles passen. Ich bin aber kein Wett-Typ, obwohl es bestimmt eine gute Quote auf die deutsche Mannschaft gibt.

Arbeiten wir zuerst das Negative ab: Die beiden Linkshänder Fabian Wiede und Steffen Weinhold fehlen verletzt, Spielmacher Martin Strobel wurde nicht rechtzeitig fit: Wie schwer wiegt das?
Heuberger: Strobel fehlt als Stratege ungemein. Wiede hätte ihn ersetzen können. Er hat tolle individuelle Dinge drauf und es ist besonders bitter, dass er ebenfalls ausfällt. Auch Weinhold ist ein Eckpfeiler, speziell in der Abwehr, aber auch vorne als einer, der Verantwortung übernimmt. Es fehlen also drei wichtige Persönlichkeiten. Aber darin liegt auch eine Riesenchance für andere Spieler. Ich erinnere an die EM 2016, wo Häfner und Kühn als Nachrücker das Halbfinale alleine entschieden haben. Jetzt traue ich so eine Rolle am ehesten Philipp Weber zu.

Experten sagen: Die Abwehr und die Torhüter müssen es richten.
Heuberger: Das sehe ich auch so. Aus einer Betonabwehr mit dem meiner Meinung nach stärksten Torhüter-Gespann dieser EM müssen einfache Tore über den Gegenstoß gelingen. Und dann muss sich der  geschwächte Angriff nicht so abmühen.

Der einst unverzichtbare Abwehrchef Finn Lemke ist auch nicht mehr an Bord.
Heuberger: Er hatte mehrere kleine Verletzungen in Melsungen und konnte deshalb zuletzt nicht immer so überzeugen.

Wie sehen Sie die Situation im Tor mit der Reaktivierung des 2007-Weltmeisters Johannes Bitter?
Heuberger: Ich finde diese Nominierung super. Bitter war zuletzt beim TVB Stuttgart konstant gut. Mit 37 Jahren hat er die Ruhe – und die Erfahrung sowieso.

Für den Laien wirkt das Aufgebot von Bundestrainer Christian Prokop auf den ersten Blick wie eine Mannschaft der Namenlosen. Wer sind Timo Kastening, Johannes Golla, Patrick Zieker und Marian Michalczik?
Heuberger: Kastening ist Rechtsaußen, hat die DHB-Nachwuchsschiene durchlaufen und bei Hannover-Burgdorf eine sehr gute Entwicklung genommen. Er ist stark im Gegenstoß. Golla ist ein richtiges Kraftpaket und könnte im Innenblock der ditte Mann sein. Aber er ist jetzt nur auf Abruf dabei. Den Linksaußen Zieker kenne ich von den Junioren, er war ein Riesentalent, danach in Lemgo eher ein Mitläufer, bis er mit seinen 27 Jahren jetzt in seiner Heimat Stuttgart noch mal einen Leistungssprung gemacht hat. Michalczik hat auch alle Junioren-Nationalteams durchlaufen, bei GWD Minden eine sehr gute Entwicklung genommen und wechselt nun im Sommer zu den Füchsen Berlin. Er ist im Rückraum eine gute Variante.

Auf der Linkshänder-Position drückt der Schuh besonders: Kai Häfner ist gesetzt, jetzt fällt auch noch Franz Semper aus …
Heuberger: Semper wäre ja nur die Nummer vier gewesen, jetzt fehlt er auch noch. Dafür hat Prokop mit David Schmidt aus Stuttgart einen Mann ins kalte Wasser geworfen, der noch kein Länderspiel hat. Sein Trumpf ist die Unbekümmertheit.

Wen sehen Sie als Spielmacher?
Heuberger: Das wird Paul Drux sein. Dazu eventuell Fabian Böhme. Trotz der Misere sind noch ein paar Spieler da, die das Heft in die Hand nehmen können.

Jetzt zu den guten Nachrichten: Die Vorrunde mit Spanien, den Niederlanden und Lettland scheint machbar.
Heuberger: Gegen Spanien ist es ein offenes Rennen, die haben ein bisschen den Zenit überschritten. Bei Lettland muss man abwarten und auf den starken Linkshänder aufpassen. Und Holland ist eine aufstrebende Nation mit steigender Qualität, die es zu schlagen gilt.

Und in der Hauptrunde hat das Losglück dafür gesorgt, dass die Schwergewichte Dänemark, Norwegen, Frankreich und Schweden kein Thema sind.
Heuberger: Stimmt. Auf uns warten dann starke Kroaten mit Duvnjak, ansonsten Gegner unserer Kragenweite. Deshalb wäre es enorm wichtig, Spanien zu schlagen und die beiden Punkte in die Hauptrunde mitzunehmen.

Wie finden Sie die EM in drei Ländern – vor allem mit der großen Entfernung zwischen Norwegen, Schweden einerseits und dann Österreich?
Heuberger: Österreich passt nicht ganz dazu. Die Belastung ist sehr groß, auch wenn zusätzliche Reisetage eingebaut wurden. Aber an denen ist keine Regeneration möglich. Und grundsätzlich war die Vorbereitung für unser Team wegen der extremen Belastung durch die Bundesliga im Dezember vergleichsweise kurz. Andere Nationen hatten mehr Trainingseinheiten. Aber das ist ein altes Thema.

Wer sind Ihre Topfavoriten auf den Titel?
Heuberger: Dänemark steht nach wie vor ein bisschen vor allen anderen. Zu rechnen ist aber auch mit Norwegen, speziell wegen des Heimvorteils, und mit den Franzosen, die den Umbruch hinter sich haben.

Das Jahr 2020 bringt noch viel mehr als diese EM. Im April gibt es fürs deutsche Team in Berlin ein Olympia-Qualifikationsturnier.
Heuberger: Ja, die Gegner ergeben sich aus den Platzierungen bei dieser EM, wobei der neue Europameister automatisch qualifiziert ist. Ansonsten schaffen es zwei von vier Teams beim Quali-Turnier, und ich denke, unsere Mannschaft wird das Tokio-Ticket spätestens in Berlin lösen.

Die Vision beim Amtsantritt von DHB-Vizepräsident Bob Hanning lautete dereinst Olympia-Gold 2020 in Tokio. Ist das noch ansatzweise realistisch?
Heuberger: Ja, warum nicht? Vielleicht haben wir bis dahin eine ganz andere Konstellation mit einem gesunden Wiede, einen gesunden Weinhold und einem Strobel, der wieder in Bestform ist.

 

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Thomas Kastler
Bild: ©Ulrich Marx
https://www.bo.de/sport/lokalsport/martin-heuberger-wir-brauchen-gegenstosstore


B-Mädchen des TuS Schutterwald: Im TV mit Patrick Wiencek

Einen Wochenend-Kurztrip mit Schwerpunkt Handball unternahmen die B-Mädchen des TuS Schutterwald kurz vor Weihnachten in den hohen Norden.

Kiel war das Ziel, und da führte der Weg in die Sparkassen-Arena. Nach einer individuellen Hallenführung durch den Pressesprecher des Handball-Bundesligisten nahmen die B-Mädels des TuS die Kabine, Spielertunnel und den VIP-Bereich genau in Augenschein und probierten schließlich auch mal die Auswechselbank aus.

Selfie-Jagd
Danach fieberten die Schutterwälderinnen beeindruckt von der Atmosphäre in der mit 10 285 Zuschauern ausverkauften Arena mit den „Zebras“ im Spiel gegen die HSG Wetzlar mit. Die Enttäuschung über die überraschende 20:27-Heimniederlage war aber spätestens dann verflogen, als es zur Autogramm- und Selfiejagd ging, die in diversen Aufnahmen mit den THW-Stars Niclas Ekberg, Magnus Landin und Patrick Wiencek mündete.

Ehrengäste im „Sportclub“ des NDR
Abends waren die TuS-Mädchen noch Ehrengäste im „Sportclub“ des Norddeutschen Rundfunks, der eine Story zu Patrick Wiencek zum Thema hatte. Da durften die Schutterwälderinnen direkt hinter dem Nationalspieler in der ersten Reihe Platz nehmen und wurden während des Studio-Interviews immer wieder von den TV-Kameras eingefangen. Mitten unter den jungen „Teufelinnen“ saß übrigens THW-Betreuer Michael Menzel. Und der Ex-Profi hatte einiges zu erzählen, unter anderem, dass er einst in einem Bundesligaspiel gegen den TuS Schutterwald das Siegtor für Kiel erzielt hatte.

Mit vielen Eindrücken und hochmotiviert traten die Mädels um Trainer Gunther Imhoff, der das Wochenende ermöglicht hatte, den langen Heimweg in den Süden an.


TuS Schutterwald: Abwehr hält Druck nicht stand

Die Hoffnung auf eine Überraschung war da, aber sie blieb aus. Mit 27:38 (15:20) verlor Aufsteiger TuS Schutterwald am Samstag beim ungeschlagenen Tabellenführer SG Pforzheim/Eutingen. „Das war heute ein gebrauchter Tag von uns und der Gegner nicht unsere Kragenweite“, gab TuS-Coach Nico Baumann zu.

Zum Saisonauftakt hatten die Schutterwälder den großen Favoriten in eigener Halle noch mächtig geärgert, ehe der knappe 27:26-Sieg der SG Pforzheim/Eutingen feststand, zum Rückrundenauftakt waren die Mannen aus der Goldstadt nun gewarnt und von Beginn an hochkonzentriert. Es war ein Powerplay, das die Gastgeber aufs Parkett der Bertha-Benz-Halle zauberten. „Der beste Gegner, gegen den wir in dieser Saison gespielt haben“, war man sich nach der Partie auf TuS-Seite einig.

16 Angriffe, 16 Gegentore
Auf der anderen Seite bekamen die Schutterwälder in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff, kassierten in den ersten 16 (!) Angriffen jeweils ein Tor und gerieten so früh ins Hintertreffen. „Wir standen schlecht in 1:1-Situationen und haben nicht ausgeholfen“, kritisierte Baumann, dessen Team über 3:6 (5.), 6:10 (11.) und 10:16 (18). schon zur Pause mit 15:20 in Rückstand lag.

Schon 16. Pflichtspiel
Der TuS-Coach probierte zwar einiges, stellte auch die Abwehr erst auf eine verkappte 5:1 und dann eine normale 5:1 auf den Halblinken Manuel Mönch um – allein es nützte nichts. Die SG Pforzheim/Eutingen war an diesem Abend einfach zu stark. Möglicherweise spielte auch eine Rolle, dass die Schutterwälder bereits das 16. Pflichtspiel seit September bestreiten mussten, in der Südbadenliga waren es bisher nur 13.

„Nicht ausruhen“
„Der Angriff war noch einigermaßen in Ordnung, aber in der Abwehr müssen wir den Hebel ansetzen“, erklärte der Coach die vordringlichste Aufgabe, wenn sich die Mannschaft nach der Weihnachtspause am 2. Januar wieder zum ersten Training trifft, und fügte an: „Die Niederlage in Pforzheim ist verkraftbar, aber klar ist auch, dass wir uns nicht auf unseren 17 Punkten ausruhen dürfen. Im neuen Jahr geht es mit Volldampf weiter.“

Das erste Spiel ist auf 18. Januar gegen den TSV Zizishausen angesetzt, allerdings droht eine Verlegung, da die Mörburghalle zu diesem Zeitpunkt bereits belegt ist.

Pforzheim/Eutingen – Schutterwald 38:27 (20:15)
Pforzheim/Eutingen:
Matijevic; Seifried 2, Wörner 3, Hahnerlein 1, Lacmanovic 1, Mönch 9, Schlögl 2, M. Lupus 4/1, Catak 1, Gerstner 1, P. Lupus 2, Buck 4, Kusch 8/5.
Schutterwald: Herrmann, Dold; Wöhrle 4, Heuberger 3, Bachmann 2, Langenbacher, Vornholt 1, Körkel 2, Zipf 4, Baumann 8/1, Herzog, Seigel, Harter 3.
Schiedsrichter: Enßle/Krieg (Mögglingen) – Zeitstrafen: 10 – 5
Disqualifikation: Lacmanovic (3. Zeitstrafe/51:31)

 


TuS Schutterwald: Noch einmal Vollgas, dann ist Pause

Zum Abschluss eines erfolgreichen Jahres gibt Handball-Oberligist TuS Schutterwald (7. Platz/17:13 Punkte) am Samstag ab 18 Uhr beim Tabellenführer SG Pforzheim/Eutingen (27:3) seine Visitenkarte ab. Davor gab es vom Trainer noch ein Weihnachtsgeschenk.

Nach dem Sieg im Südbaden-Derby bei der SG Köndringen/Teningen treten die Schutterwälder nun auch in der Bertha-Benz-Halle in Pforzheim hochmotiviert an. Die SG Pforzheim/Eutingen ist zwar noch ungeschlagen, überzeugte zuletzt aber nicht immer. „Die Gegner sind gegen einen Spitzenreiter natürlich heiß, das kennen wir aus der Südbadenliga“, sagt TuS-Coach Nico Baumann und kann sich in die Lage des Favoriten versetzen: „Du musst immer wieder aufs Neue Motivation aufbringen. Es ist schwierig, sich auf jedes Spiel komplett zu fokussieren.“

Schon fünf Auswärtssiege
Sein Team fährt nach bisher fünf Auswärtssiegen jedenfalls mit einem guten Gefühl in die Goldstadt. Bereits zum Saisonstart hatte man in der Mörburghalle die SG Pforzheim/Eutingen beim 26:27 am Rande einer Niederlage – und die TuS-Spieler haben dazugelernt. Eine Kaffeefahrt soll es am Samstag jedenfalls nicht werden, und Baumann ist auch überzeugt: „Wenn wir in Vollbesetzung antreten können und es schaffen, über 60 Minuten eine sehr gute Abwehr mit einem guten Torhütergespann zu stellen, können wir was reißen. Denn ab und an schwächeln auch die.“

Den Favoriten ärgern
Stand Donnerstag sollte das mit der Vollbesetzung klappen, auch wenn es nach einer langen Saison bei dem ein oder anderen zwickt. So heißt es noch einmal 60 Minuten Vollgas geben und den Favoriten zumindest ärgern, danach ist Pause. Nico Baumann hat dem Team schon Anfang der Woche versprochen, dass bereits das Training am kommenden Montag ausfällt. „Ich weiß, dass sich viele in der Mannschaft  traditionell am 23. Dezember schon morgens auf dem Offenburger Weihnachtsmarkt treffen. Da wäre ein Training am Abend kontraproduktiv“, gönnt der Coach seinen Akteuren den ein oder anderen Glühwein. Angesichts einer für einen Aufsteiger überragenden Vorrunde mit 17:13 Punkten konnte er auch ruhigen Gewissens bis 2. Januar frei geben.

 


TuS Schutterwald gelingt ein "extrem wichtiger" Sieg

Der TuS Schutterwald feierte im Südbaden-Derby der Handball-Oberliga am Samstag einen Sieg. Pikant: Felix Zipf stach besonders heraus – er war einst Kapitän der Gegenmannschaft.

„Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben dem Gegner 60 Minuten unser Spiel aufgezwungen“, lobte TuS-Coach Nico Baumann, der zuvor angekündigt hatte, dass man aus einer guten Vorrunde eine „sehr gute“ machen wolle. Mit 17:13 Punkten und Rang sieben ist es dem TuS gelungen. Zudem holte man in neun Auswärtsspielen 11:7 Punkte – zu Hause hatte man nur sechs Heimspiele.

Heuberger trifft zu Beginn
Schutterwald kam am Samstag gleich gut in die Partie, vor allem Tim Heuberger traf gegen die 6:0-Abwehr der Gastgeber in der Anfangsphase vier Mal. SG-Interimscoach Manfred Chaumet ließ dann auf eine 3:2:1-Formation umstellen, so kamen die Gastgeber ins Spiel. Und beide Teams schenkten sich bei wechselnden Führungen nichts.

Richtige Lösungen gefunden
„Wir haben vorne oft clever gespielt, auch wenn wir uns manchmal am Zeitspiel bewegten. Doch dann haben wir die richtigen Lösungen gefunden und ab und an auch Glück gehabt“, freute sich Baumann.
Einziges Manko: Das Rückzugsverhalten war nicht  konsequent, so kamen die Gastgeber zu drei, vier Gegenstoßtoren, „die nicht hätten sein müssen“, so der TuS-Coach, „sonst hätten wir schon zur Pause ein gutes Polster gehabt“. So ging der TuS „nur“ mit einer 15:14-Führung in die Kabine.

Zipf  "extrem heiß“
Durchgang zwei eröffnete dann ein bärenstarker Felix Zipf. Vier Tore (am Ende waren es zwölf) gingen gleich mal auf das Konto des ehemaligen Kapitäns der SG Köndringen/Teningen. „Zu Beginn war er vielleicht übermotiviert, aber nach der Pause hat er richtig gezündet. Der war extrem heiß“, sagte Nico Baumann.

Vornholt erlöst Spieler und Fans
Mehrfach ging der TuS mit drei Toren in Führung, vertändelte dann aber wieder den Ball. Das Spiel war wieder offen. Selbst eine Vier-Tore-Führung mit 31:27 in der 54. Minute bedeutete noch nicht die Entscheidung. Zwei Angriffe blieben ohne Tor, Köndringen/Teningen kam noch mal auf 29:31 ran. Doch dann erlöste Mathis Vornholt mit seinem Treffer zum 32:29 Spieler und Fans 40 Sekunden vor Ende und leitete nach dem 33:31-Endstand eine lange Nacht ein.

Samstag nach Pforzheim
„Der Sieg war extrem wichtig. Jetzt hoffe ich, dass alle auch das letzte Spiel am Samstag in Pforzheim/Eutingen wichtig nehmen“, betonte Baumann.

Zum Spiel beim Spitzenreiter setzt der TuS ab 15.15 Uhr einen Bus ein. Anmeldungen bei Raimund Bindner (0781 / 52997).

 

Köndringen/Teningen – Schutterwald 31:33 (14:15)

  • Köndringen/Teningen: Kicki, Lutz, Merz; Melnyk 1, Boutes, Weise 1, S. Endres 3, Simak 1, Spinner 2, Grafmüller 2, Bührer 3, Hantak 8/4, Tscherner, Valda 10.
  • Schutterwald: Herrmann, Dold; Wöhrle 1, Heuberger 5, Bachmann 1, Langenbacher 1, Vornholt 3, Körkel, Zipf 12, Baumann 8/4, Herzog, Seigel, Harter 2.
  • Schiedsrichter: Mengesdorf/Tieg (Wiesloch) – Zuschauer: 300
  • Zeitstrafen: vier – sechs Minuten

 

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: handball-server.de
https://www.bo.de/sport/lokalsport/tus-schutterwald-felix-zipf-zuendet-gegen-ex-verein


TuS Schutterwald: Aus „gut“ ein „sehr gut“ machen

Zum Abschluss der Vorrunde wartet auf Aufsteiger TuS Schutterwald (8. Platz/15:13 Punkte) am Samstag ab 20 Uhr bei der SG Köndringen/Teningen (7./15:11) im Südbaden-Derby der Handball-Oberliga noch ein echtes Highlight.

Lange, sehr lange ist es her, dass sich beide Mannschaften um Punkte duellierten. In jüngster Vergangenheit trennten beide Teams zwei Klassen. Schutterwald spielte in der Südbadenliga, Köndringen/Teningen war bis zum Abstieg der Drittliga-Dino schlechthin. Jetzt trifft man sich in der Oberliga auf Augenhöhe.

Schon neun Punkte in der Fremde geholt
Die Gastgeber sind aber schon aufgrund ihrer Erfahrung der Favorit, doch TuS-Coach Nico Baumann stellt klar: „Wir fahren da hin, um aus einer guten Vorrunde eine sehr gute zu machen. Mit einem Sieg und dann 17 Punkten hätten wir das Optimum erreicht.“ Neun Punkte haben die Schutterwälder bisher in der Fremde geholt – die Brust darf also ruhig geschwellt sein.

Trainerwechsel
In der Vorbereitung haben beide Teams zweimal gegeneinander gespielt, wobei es zwei Niederlagen für Schutterwald gab, doch das ist Vergangenheit. Und in der Gegenwart musste sich die SG nach dem Trainerwechsel neu orientieren. Manfred Chaumet, zuletzt Coach der Reserve und nach der Trennung von Ole Andersen bis Saisonende eingesprungen, steht nun in der Verantwortung. „Zu Südbadenliga-Zeiten haben wir uns häufig ausgetauscht. Mal schauen, wie sich der Wechsel auswirkt“, ist Baumann selbst gespannt.

Zuletzt Punktverlust in Fellbach
Zuletzt büßte die SG bei Schlusslicht Fellbach in der Schlusssekunde einen Punkt ein, danach wurde die Abwehr wieder mal als Sorgenkind bezeichnet. „Da müssen wir ansetzen, obwohl sie in der Vergangenheit die 3:2:1-Deckung immer sehr gut gespielt haben“, so Baumann, der sich freut, dass seine Mannschaft zuletzt mit dieser Variante klar gekommen ist. „Gegen Söflingen haben wir gezeigt, dass wir das auch können.“

Guter Rückraum
Personell wird es keine Überraschungen geben. Man kennt sich. Dabei gilt es vor allem das Kreisläuferspiel mit dem aus Friesenheim stammenden Axel Simak in den Griff zu bekommen, auch Jan-Philip Valda hat dem TuS zu Zeiten bei der SG Muggensturm/Kuppenheim schon große Probleme bereitet. „Der Rückraum ist gut, den müssen wir stoppen“, fordert Baumann, der den gleichen Kader wie zuletzt aufbieten kann.

Fan-Bus gesponsort
Damit die Mannschaft in der Ludwig-Jahn-Halle auf eine große Unterstützung bauen kann, sponsort die Allianz Generalvertretung Bächle einen Bus. Abfahrt ist um 18.15 Uhr an der Mörburghalle. Anmeldungen nimmt Raimund Bindner (• 0781 / 52997) entgegen.

 

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: handball-server.de
https://www.bo.de/sport/lokalsport/tus-schutterwald-aus-gut-ein-sehr-gut-machen

 


Tim Heuberger: „Ich will aus der Oberliga nicht mehr raus“

Tim Heuberger ist nicht nur der Sohn des ehemaligen Handball-Bundestrainers Martin Heuberger, sondern auch ein Kind des TuS Schutterwald. Im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse zieht er eine Zwischenbilanz zum Ende der Vorrunde.

Tim Heuberger ist nicht nur der jüngere von zwei Söhnen des ehemaligen Handball-Bundestrainers und jetzigen Juniorentrainers Martin Heuberger, sondern auch ein Kind des TuS Schutterwald. Der Rückraumshooter des Oberligisten sagt ganz offen: „Ich will da nie weg.“ Vor der Partie des Aufsteigers am Samstag (20 Uhr) bei der SG Köndringen/Teningen hat der 28-jährige Marketingkoordinator im Sportpark Schutterwald, der für die Freien Wähler auch im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde sitzt, eine Zwischenbilanz zum Ende der Vorrunde gezogen. Nach 14 Spielen belegt Schutterwald mit 15:13 Punkten Rang acht, direkt hinter der SG Köndringen/Teningen (15:11).

Herr Heuberger, wie gefällt Ihnen die Oberliga?
Tim Heuberger: Sehr gut. Gott sei Dank sind wir am Ende der vergangenen Saison noch aufgestiegen. In der Oberliga wird ein ganz anderer Handball gespielt als in der Südbadenliga.

Können Sie das genauer erklären?
Heuberger: Der Oberliga-Handball ist viel schneller, viel intensiver. In der Südbadenliga haben wir uns oft dem Gegner angepasst. Gegen weniger spielstarke Mannschaften haben wir nicht besonders gut gespielt. Und die Vorrunde hat gezeigt: Wir können in der Oberliga mithalten. Für uns ist das eine gute Liga.

Die Vorrunde lief mit bisher 15:13 Punkten sehr gut – trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle. Was war der Schlüssel?
Heuberger: Mannschaftlich passt es bei uns absolut, wir sind ein Team. Auf und neben dem Feld, das sieht man unserem Spiel auch an. Klar, Christoph Baumann spielt erneut eine überragende Saison, auch Rene Wöhrle hat klasse Spiele abgeliefert, aber es  ist vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit, die uns auszeichnet.

Was fehlt noch?
Heuberger: Cleverness – die hat uns zum Beispiel am Samstag gegen den TSV Neuhausen am Ende gefehlt. Da waren die einfach abgezockter. Und gerade in diesem Spiel konnten wir auch nicht zu 100 Prozent die Vorgaben des Trainers in der Abwehr umsetzen. Oft ist es bei uns noch Kopfsache, da müssen wir noch einen Tick besser werden.

Welche Punktverluste haben Sie besonders geärgert?
Heuberger: Mich ärgern alle. Und bis auf das Spiel in Konstanz, wo wir alle richtig schlecht waren, wäre eigentlich in jedem Spiel mehr drin gewesen.

Sie würden sich also gerne länger in der Oberliga einrichten?
Heuberger: Zehn Jahre Südbadenliga haben mir persönlich gereicht. Ich fühle mich in der Oberliga sehr wohl, ich will da auch nicht mehr raus. Und vielleicht bekommen wir ja nächste Saison noch mehr Derbys …

Sie verkörpern den TuS Schutterwald – was macht diesen Verein aus?
Heuberger: Da bin ich nicht der richtige Gesprächspartner. Ich kenne keinen anderen Verein und ehrlich: Ich will auch gar keinen anderen Verein kennenlernen. Das liegt bei mir wohl in den Genen, auch mein Vater war nie bei einem anderen Verein.

Wie geht das Spiel am Samstag bei der SG Köndringen/Teningen aus?
Heuberger: Es ist natürlich spannend, wie sich Köndringen/Teningen nach dem Trainerwechsel entwickelt. Doch verstecken müssen wir uns nicht, da ist auf jeden Fall was drin. Die Partie könnte am Ende aber durchaus über den Willen entschieden werden.

 

Quelle: Mittelbadische Presse
Autor: Miqua
Bild: handball-server.de
https://www.bo.de/sport/lokalsport/tim-heuberger-ich-will-aus-der-oberliga-nicht-mehr-raus?fbclid=IwAR2I8bXVRiZc2UXl4Qiv4y3V2kWxJ55dx-lvo-KO6YTKhOraLFRbqt6LQaE