Torefestival beim TuS Schutterwald

Der Oberligist feiert einen deutlichen 43:35-Sieg gegen den TSV Birkenau und gibt danach einen sofortigen Abgang bekannt.

Noch lange nach Spielende schallte ,,­Sierra Madre“ aus der Kabine. 43:35 (21:20) hatte Handball-Oberligist TuS Schutterwald das Duell gegen den TSV Birkenau für sich entschieden. Ein guter Grund, zumindest virtuell die Wunderkerzen zu zünden.

Störfeuer nicht gebrauchen

Getrübt wurde die Freude allerdings durch eine Personalie. ,,Am Donnerstag hat uns Steffen Dold mitgeteilt, dass er nur noch bis zum Ende der Vorrunde bei uns spielen und danach zum TV Willstätt wechseln wird“, erklärte der sportliche Leiter, Felix Heuberger. Daraufhin habe man beschlossen, sich nach dem Spiel gegen Birkenau vorzeitig vom wechselbereiten Torhüter, der in der vergangenen Saison bereits an den Drittligisten ,,ausgeliehen“ war, zu trennen. ,,Wir haben Ziele und können solche Störfeuer nicht gebrauchen“, erklärte Heuberger knapp.

Birkenau mit schlechtem Start

Nach holprigem Saisonstart hat sich der TuS nun offensichtlich gefangen. Die weiterhin stark dezimierten Schutterwälder profitierten dabei am Samstag von einem ganz schlechten Start des TSV Birkenau, dessen Pässe zunächst sehr ungenau kamen. Die Folge war eine schnelle 4:0-Führung und bereits nach 3:17 Minuten eine Auszeit der Gäste. Peu à peu kamen die Mannen aus dem Odenwald danach ins Spiel und waren beim 11:9 plötzlich ganz nahe. ,,Da haben wir vorne zwar einen guten Handball gespielt, hinten die Kreuzungen aber nicht richtig verteidigt“, konstatierte TuS-Coach Nico Baumann. Und wenn dann noch die ein oder andere falsche Entscheidung dazukommt, kann es ,,gegen eine unangenehme Mannschaft“ (Baumann) sogar sehr unangenehm werden.

Doch so ein bisschen glich die Partie am Samstag auch dem Hase-und-Igel-Spiel. Birkenau konnte sich noch so sehr bemühen, die Schutterwälder hatten immer wieder eine Antwort. Und vor allem ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen, selbst als den Gästen kurz vor der Pause beim 19:19 und 20:20 jeweils der Ausgleich gelang.

Elf Tore von Tim Heuberger

Durchgang zwei eröffnete Tim Heuberger mit einem seiner insgesamt elf Treffer. Kontinuierlich behielt der TuS dann die Oberhand, machte aus einer 28:25- eine 31:25-Führung. Sicher konnte man sich dennoch nicht sein. Birkenau, angetrieben vom verzweifelt gestikulierenden Trainer Holger Schwab, versuchte alles, ging zu einer Manndeckung an Felix Zipf über und agierte schließlich mit dem siebten Feldspieler. Vorne war man damit zwar erfolgreich, holte einen Siebenmeter um den anderen heraus, doch hinten marschierten die Schutterwälder durch die Deckung und feierten schließlich einen 43:35-Sieg.
,,Die Mannschaft hat die Aufgabe heute sehr gut gelöst“, freute sich Baumann. Mit 7:9 Punkten hat der TuS nun vor der schweren Partie am Samstag um 20 Uhr bei der SG Köndringen/Teningen (11:5 Punkte) den Sprung ins Mittelfeld geschafft.

Schutterwald – Birkenau 43:35 (21:20)

Schutterwald: Herrmann, Dold (zwei 7-m), Weber (n.e.); Wöhrle 1, Heuberger 11, Langenbacher, Hug, Heppner 5, Zipf 5, Baumann 5, Herzog 7/2, Oesterle 2, Silberer 7.
Birkenau: Heckmann (bis 9.), Fremr (ab 10.); Keil, Büttel 9/1, Spilger 4/3, Neuner 2, Clemens, Kuch 4, Böhm 8/1, Dietrich, Zehrbach, Weis 3, Brock, Hirsch, Schwarz 3, Bolkart 2.

 

Quelle: handball.bo.de
Autor: Michaela Quarti
Bild: Ulrich Marx
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