TuS Schutterwald bricht nach der Pause ein

Die Oberliga-Handballer aus der Ortenau kämpfen sich erst nach großem Rückstand zur Pausenführung und müssen sich dann doch noch deutlich der favorisierten SG Köndringen/Teningen mit 27:33 geschlagen geben.

,,Diese Niederlage ist ärgerlich, und sie tut weh. Es ist jede Woche das Gleiche“, ärgerte sich Markus Lais, Chefcoach des Handball-Oberligisten TuS Schutterwald. Gleich sind die Wellen, die seine Mannschaft immer wieder in ihr Spiel einbaut. Auch am Freitag war es gegen die favorisierte SG Köndringen/Teningen nicht anders. Zwei schwache Viertelstunden zu Beginn jeder Hälfte bedeuteten in Summe eine 18:17-Pausenführung und ein 27:33-Endergebnis. Während es für die Einheimischen, die die Abstiegsrunde schon länger sicher haben, somit keine ,,Bonuspunkte“ gab, fehlt den Gästen noch ein Sieg zur Aufstiegsrunde. Mit dem Ergebnis von Freitag steht auch fest, dass der TV Willstätt in die Abstiegsrunde muss.

1:6 nach fünf Minuten

Emotionen hatte Lais vor der Partie gefordert, doch dann gingen die Köpfe erst mal nach unten. Rene Wöhrle traf zwar zum 1:0, danach folgten bei Schutterwald aber vier Fehlwürfe und ein Fehlpass. Der Favorit aus dem Breisgau, angeführt vom spielstarken und treffsicheren Pascal Bührer, lag nach genau fünf Minuten 6:1 in Front. Früh drohte ein Debakel. Doch plötzlich lagen die Fehler auf Seiten der Gäste, die die Begegnung fortan wohl etwas zu leicht nahmen. ,,Da haben wir Schutterwald wieder ins Spiel gebracht“, ärgerte sich SG-Coach Jonas Eble. Nach elf Minuten hieß es nur noch 8:10, zudem nahm Lais nach zwölf Minuten einen Torwartwechsel vor. Niklas Weber, der schon beim Warmmachen einen starken Eindruck hinterlassen hatte, entschärfte wichtige Bälle. Zur Pause hatte Schutterwald aus einem 15:17-Rückstand (26.) eine nach dem Fehlstart überraschende 18:17-Pausenführung gemacht.

,,Die Halbzeit sorgte dann leider für einen Bruch in unserem Spiel“, bedauerte Lais nach der Partie. Vier Fehlpässe und drei Fehlwürfe bei Schutterwald spielten Köndringen/Teningen in die Karten. Der Favorit hatte beim 21:18 (37.) die Partie gedreht. ,,Wir waren nicht mehr hundert Prozent mutig. Wir sind nicht mehr mit allem, was wir haben, aufs Tor gegangen“, kritisierte Lais. Der erste Schutterwälder Treffer in Halbzeit zwei fiel erst nach exakt 39:46 Minuten.

Starker Torhüter

Defensiv war die Vorstellung für den TuS-Coach ,,in Ordnung“, auch dank des starken Rückhalts durch Niklas Weber im Tor (nach dem Spiel zum ,,Player of the match“ gekürt), doch offensiv gab es in Halbzeit zwei viele Missverständnisse und technische Fehler. Im Vergleich zu einer nominell topbesetzten SG Köndringen/Teningen fehlten bei den Gastgebern auch die personellen Möglichkeiten, zumal Daniel Heppner nach einem Kurzeinsatz im zweiten Durchgang schnell wieder freiwillig vom Feld ging: Eine Handverletzung aus dem Spiel vor zwei Wochen ließ kein Werfen zu.

Die Gäste verwalteten nun sicher ihren Vorsprung, brachten auch immer wieder den nach einem Kreuzbandriss gerade genesenen Jan Keller auf Rechtsaußen ins Spiel, der in der zweiten Hälfte sieben Treffer markieren konnte. Über 31:23 (54.) fuhr die SG Köndringen/Teningen letztlich einen souveränen 33:27-Sieg ein, der erst mal für Durchatmen im Breisgau sorgte.

,,Druck auf dem Kessel“

,,Es war Druck auf dem Kessel“, bekannte Gäste-Coach Jonas Eble angesichts der Tabellensituation und war froh, ,,dass wir uns nach der Pause mit strukturierten Angriffen und einfachen Toren absetzen konnten“. Schon am Mittwoch will sein Team im Spiel bei der SG Herrenberg mit einem Sieg die Meisterrunde klar machen, doch Eble sagte auch: ,,Jeder weiß, wie schwer das ist, wenn man gewinnen muss.“

Derweil hat der TuS Schutterwald erst mal kurze Fasnachtspause. Am Freitag, 16. Februar, geht es dann beim Tabellendritten TVS Baden-Baden in Sandweier weiter. ,,Die Aufgaben werden nicht leichter. Da tut eine Pause vor diesem Spiel ganz gut“, glaubt Lais.

 

Schutterwald – Köndringen/Teningen 27:33 (18:17)

Schutterwald: Weber (ab 12.) 1, Mandic (bis 11.); Wöhrle 4, T. Heuberger 3, Bello 1, Doll, Heppner, Meier, Fahner 3, Kofler 1, S. Seigel, Herzog 6/2, Silberer 6, Fleig 2, Strosack.

Köndringen/Teningen: Kicki (bis 30.), Gaudin (ab 31.); Keller 7, S. Endres, Zank, Simak 3, Spinner 1, Meyer 1, M. Bührer 5/1, Ebner, Ehret 1, P. Bührer 12/2, O. Bührer, Ammel 3, M. Endres.

Schiedsrichter: Reith/Romich (Schmiden/Gablenberg-Gaisburg) – Zuschauer: 600.

Zeitstrafen: acht – zehn Minuten.

 

Quelle: handball.bo.de
Autor: Michaela Quarti
Bild: Christoph Breithaupt