TuS Schutterwald wirft 27:25-Führung zum 29:31 weg
Der BW-Oberligist zieht gegen den TV Bittenfeld unnötig den Kürzeren. Gastgeber lassen zu viele Chancen aus. Bundesliga-Reserve mit einem Übergewicht im Tor.
Es bleibt auch 2022 dabei: Handball-Oberligist TuS Schutterwald macht sich selbst das Leben schwer. Die 29:31 (16:16)-Niederlage am Samstag gegen den TV Bittenfeld war erneut eine aus der Kategorie ,,unnötig“. Und die Gründe waren nicht neu: Vorne zu viele Chancen vergeben, hinten das Torwart-Duell verloren. Und flüssig lief der Ball nur in Reihen der Gäste.
Kevin Heuberger stark
Bei Minusgraden draußen brauchten am Samstag auch die Teams drinnen, um auf Betriebstemperatur zu kommen. So entwickelte sich ein enges Spiel, in dem Schutterwald ab dem 5:5 (9.) leichtes Übergewicht hatte, mehrfach zwei Tore vorlegte. Doch schon in dieser Phase wurden zu viele Chancen ausgelassen, sodass es nach 10:8-Führung (17.) plötzlich 10:12 (21.) aus Sicht der Gastgeber hieß. Nahezu einziger Lichtblick bis dahin: Nachwuchsmann Kevin Heuberger, der auf der für ihn eher ungewohnten Linksaußen-Position hinten wie vorne ein starkes Spiel machte. Noch mal kam der TuS ins Spiel zurück und auch zum einem 16:16 zur Pause.
Sdunek Rückhalt im TVB-Tor
Durchgang zwei entwickelte sich zum Spiel auf Augenhöhe. Schutterwald lag meist mit einem Tor vorne oder hielt ein Unentschieden. Wegziehen war nicht möglich, weil die Konstanz einmal mehr fehlte. Interessant war, dass sich beide Mannschaften mit unterschiedlicher Spielweise ergebnistechnisch auf einem Level befanden. Auf der einen Seite die Schutterwälder, deren Angriffsspiel behäbig wirkte, auf der anderen Seite die Bundesliga-Reserve aus Stuttgart, die äußerst dynamisch agierte, in der Hektik aber auch insgesamt elf Fehlpässe produzierte. Die Schutterwald nicht ausnutzen konnte. Dafür hatte Bittenfeld mit Daniel Sdunek im Tor ein Übergewicht. 18 Bälle sollte der Ex-Willstätter am Ende halten, das Schutterwälder Duo kam auf sieben.
2:6-Lauf am Ende
Und dennoch hätten die Gastgeber gegen den Tabellensechsten als Sieger vom Feld gehen müssen. 27:25 (51.) lagen sie noch in Führung. Doch von den letzten sieben Angriffen wurden nur zwei erfolgreich abgeschlossen, sodass am Ende eine 29:31-Heimniederlage stand, über die TuS-Coach Nico Baumann sagte: ,,Sie hätte nicht sein müssen. Wir hätten uns zumindest mit einem Punkt beschenken können.“
„Fehler brechen das Genick“
Der Schutterwälder Trainer musste wieder mal mit dem Angriff hadern: ,,Oft steht auf der anderen Seite ein erfahrener Ex-Bundesligatorwart. Doch es ist mir ein Rätsel, weshalb wir teilweise Chancen kläglich auslassen. Unsere Fehler brechen uns immer wieder das Genick.“
Samstag in Heiningen
Trotz der Niederlage bleibt der TuS auf dem elften und damit ersten Nichtabstiegsrang, doch der Abstand nach vorne wird größer. Am Samstag beim Zehnten TSV Heiningen steht das Team unter Zugzwang.
Schutterwald – Bittenfeld 29:31 (16:16)
Schutterwald: Herrmann, Wegner; T. Heuberger 2, Langenbacher 4, Heppner 5, K. Heuberger 5, Fahner, Seigel, Zipf, Baumann 4, Herzog 7/4, Harter 2, Oesterle.
Bittenfeld: Sdunek; Traub 2, Eberle 1, Widmaier 6, Luithardt, Hoffmann, Bischoff 3, Mauch 4, Seiz 6/5, Heib 2, Rica-Kovac, Vukotic, Theurer 3, Porges 1, Kornmann 3.
Disqualifikation: Zipf (59:55)
Quelle: handball.bo.de
Autor: Michaela Quarti
Bild: Iris Rothe